Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 244)
- Language
- German, English, Hebrew
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241 Aclite Kongrefi-Si tzuug. Freitag, 23, August 1935, vormittags. Beginn der Sitzung: ioUhr 20 Min. Vorsitz: Vizepräs. Dr. ß. Mossinson. VORS. VIZEPRÄS. DR. B. MOSSINSON: Ich eröffne die Sitzung. Wir fahren in der Generaldebatte fort. ABRAHAM HARZFELD (Arb., Südafrika - - spricht hebräisch): Es ist nicht gariz leicht für mich, über die Frage zu sprechen, die \c\t auf dieser Tribüne zu behandeln beabsichtigte. Denn mein Herz ist erfüllt von dem Zweifel, ob es mir gelingen wird, die praktischen Fragen, die meines Erachtens das Interesse aller hier Sitzenden auf sich ziehen müßten, in der entsprechenden Form darzustellen. Es fällt mir wirklich schwer, zu debattieren, obwohl andererseits vieles von dem, was man von dieser Tribüne hört, nicht mit Stillschweigen übergangen werden dürfte, weil sonst der Anschein erweckt wird, daß wir alle auf die unverantwortlichen Dinge, die wir gehört haben, die, wie wir alle wissen, so weit von der Wahrheit entfernt sind, nicht gebührend reagieren. Ich will jedoch versuchen, mich in einem gewissen Maße zu bezwingen, um wenigstens teilweise das zu sagen, was meines Erachtens zu sagen notwendig ist. Drei Fragen sind es, die uns nach meiner Meinung interessieren, und wie mir scheint, können wir diese Fragen als Ausdruck des Willens aller Teile betrachten, die an diesem Kongreß teilnehmen. Weniger als Sie alle und ganz gewiß weniger als die, in deren Namen gestern Herr Großmann gesprochen hat, bin ich mit der heutigen Lage zufrieden, obwohl sich die gegenwärtige Exekutive, unsere Exekutive, — ich unterstreiche, „unsere" — ihrer Erfolge nicht zu schämen braucht. Man darf aber auch nicht übertreiben und sich den Forderungen verschließen, die wir an diese und die künftige Exekutive stellen. Nicht einen Augenblick werde ich davon ablassen, bei unserer Forderung nach der Verwirklichung des Punktes, über den ich jetzt sprechen will, zu verharren: die Ansiedlung. Die landwirtschaftliche Ansiedlung ist für uns alle ein Axiom, mit ihr beginnen und mit ihr schließen wir, und gerade diese Ansiedlung steht im Hintergrunde. Jahrelang haben wir mit eigenen Kräften unter schweren Entbehrungen, mit maßlosen Anstrengungen in einer Arbeit bei Tag und Nacht die Ansiedlung betrieben, um auf diesem Gebiete irgend etwas zu erreichen. Der Kongreß könnte zum Lobe der Männer, über die die Opposition herfällt, wenigstens das erzählen, was sie im Lande während der letzten fünf Jahre geleistet haben. Große Boden-- flächen wurden besiedelt; wer weiß, was ohne unsere Anstrengungen ihr Schicksal gewesen wäre! Sie wären öde geblieben. Wenn wir das Bodenstück nehmen, das uns allen, dem. ganzen Volke zu besonderer» 16