Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 235)
- Language
- German, English, Hebrew
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232 7- Kongreß-Sitzung: Generaldebatte beuter sind. Ich weiß nicht, wer sich vor einer sozialen Revolution mehr zu fürchten hat, Ihr oder wir? Ich brauche mich nicht davor zu fürchten, daß man mir oder meinen Anhängern Häuser oder Par dessim wegnehmen wird, ich weiß aber nicht, ob Ihr Euch nicht vor einer solchen Konfiskation zu fürchten habt (Unruhe auf der Linken), Ihr begnügt Euch jedoch nicht damit, daß Ihr in Erez Israel Calles monopolisiert habt, Ihr reißt in gleich brutaler Weise Alijah und Hachscharah an Euch. Ihr habt uns die Plage der Hachscharah auf gezwungen und haltet auch Eure Genossen, von denen Ihr Euch ein bildet, daß sie durch dieses Hachscharahsystem für Palästina ausgebildet werden, in Euren Konzentrationslagern (Beifall bei der Juden» staatspartei, Pfuirufe bei der Linken), Eure Pfuirufe berühren midi sehr wenig. Seit wann seid Ihr so feinfühlig? Warum habt Ihr Euch nicht aufgeregt, als Eure Genossen am Tage der Kongreßeröffnum; eine Zeitung mit Lenin-Bildern verteilten? Die Chaluzim, die auf Grund dieses Hachscharahsystems physisch zermürbt und erschöpft nach Pu lästina kommen, sind für das Land vollkommen unbrauchbar. Werdet Ihr den Mut aufbringen, mit diesem Spiel Schluß zu machen, werde: Ihr diese gute Tat vollbringen? Wollt Ihr für Palästina eine gut ausgebildete Pionierjugend haben, so betreibt die Hachscharah in Palästina. Jeder Ghaluz, der ein Zertifikat verlangt, sollte verpflichtet werden, mindestens zwei Jahre in Palästina auf Hachscharah zu gehen. Be nützt ihn dort für Arbeiten im Hulegebiet, mag er sich dort für das Land ausbilden und nicht in irgend einem Galuthnest. Ihr haltet ja aber diese Jugend aus ganz anderen Gründen fest, Euch handelt es sich ja gar nicht um fachliche Ausbildung. Euch geht es darum, diese Jugend in Eure Fangnetze hineinzutreiben. Ihr kennt eben mir eif< Prinzip, das der Majorität. Auch wir sind Freunde des demokratischen Prinzips. Aber Ihr führt die Sache ad absurdum! Ihr redet zwar sehr viel von Sammlung aller Kräfte im Zionismus — vielleicht habt Ihr auch wirklich in der letzten Zeit die Erkenntnis gesammelt, daß dies nötig wäre — aber wie kann man den Gedanken gemeinsamer Arbeit überhaupt nur erwägen, wenn Ihr Eure Majorität überall nur zu einem Monopol mißbraucht. Wie könnt Ihr im Ernst daran glauben, wo Ihr, in den Palästinaämtern, im Keren Kayemeth oder im Keren Hajessod d:r Minderheit keine Möglichkeit der Mitarbeit gebt. Ihr wählt die Exekutive, Ihr legt die Richtlinien der Arbeit fest, und das ist als Majorität gewiß Euer Recht. Aber die Auswahl junger Menschen nach Palä stina kann doch keine Frage einseitiger Machtpolitik sein, dabei sollten wir doch auch ein Wörtchen mitzureden haben, dabei könnt Ihr unb nicht mit dem Prinzip der Majorität überrennen. Je mehr Delegierte, desto mehr Zertifikate, je mehr Zertifikate, desto mehr Delegierte ... wohin soll das führen? Wahrscheinlich werdet Ihr auf dem nächsten Kongreß 400 oder 600 Delegierte haben. Glaubt Ihr jedoch im Ernst, daß das jemals zu einer Zusammenarbeit führen kann? Als hier kosmetische Reden über eine Konzentration der Kräfte gehalten wurden, habt Ihr gelacht. Wenn ich über Kooperation meiner Meinung Ausdruck