Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 212)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9253-3485404- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jaffe, Weizmann X 209 der ganzen Welt zu veranstalten, kann dies als Grundlage für eine richtige, feste Organisation der Jewish Agency dienen, die wir wiederholt vorgeschlagen haben. Unsere Arbeit war bisher schwierig und aufreibend. Trotzdem wollen wir sie mit neuer Kraft beginnen, mit der Kraft, die keine Müdigkeit kennt, mit der Kraft des Glaubens und der Hingabe. Der Kongreß aber proklamiere vor der ganzen jüdischen Welt: Keine Aufbauarbeit ohne die Fonds. Wenn unsere Organisation von diesen Gedanken durchdrungen ist, dann wird die Arbeit des Keren Hajessod wachsen, dann werden wir uns wieder der Vision nähern, die wir vor 15 Jahren im Herzen trugen: der Vision des großen Keren Hajessod. Dann wird unsere Arbeit mit neubeflügelten Schritten vorwärtsgehen, dann wird sie einen anderen Umfang und Schwung haben. Das hängt von Ihnen ab! (Lebhafter, lang anhaltender Beifall.) VORS. PRÄS. DR. WEIZMANN: Gestatten Sie mir, bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, einige Sätze. Wir haben in den letzten beiden Stunden zwei Referate von den Leitern unserer beiden nationalen Fonds gehört. Wir haben den Herzensschrei unseres Führers Ussischkin gehört, seinen Aufruf zur Mobilisierung der Herzen und der Mittel und seine bittere Klage über die Spekulation, die heute im Lande vorhanden ist. Ich brauche wirklich in dieser Umgebung auf die Wichtigkeit dieser Worte nicht hinzuweisen, aber eines geht ans ihnen klar hervor: die einzige Abhilfe gegen diese Klagen und Anklagen ist die Stärkung des Keren Kajemeth. Wäre heute der Keren Kajemeth im Besitze von Ländereien rings um unsere Städte, so wäre viel von diesem Uebel nicht geschehen; ein 'teilweiser Beweis hierfür ist die Haifa-Bay. Dasselbe gilt für den Keren Hajessod. Es genügt nicht, daß wir uns hier auf Darlegungen beschränken. Im kommenden Jahre muß eine Anstrengung gemacht werden, die würdig ist der Zeit und würdig der Verantwortung für eine Bewegung, die heute mehr als eine Million iMitglieder zählt. Wenn das geschieht, dann. wird — davon bin ich durchdrungen — auf dem nächsten Kongreß der Leiter des Nationalfonds mit größerer Genugtuung und optimistischer über die Zukunft sprechen können, als er es heute getan hat. Dasselbe wünsche ich dem Keren Hajessod. Der Beitrag zum Keren Hajessod soll zu einer Steuer werden, und der Jischuw in Erez Israel muß mit dem Beispiel vorangehen. Wir leben dort in einem Lande, das noch ein Eldorado istv weil es nicht mit schweren Steuern belastet ist. Daher sollten wir eine Selbstbesteuerung einführen. Nichts ist heiliger als eine Pflicht, die man. sich selber auferlegt. Ich hoffe, daß das Volk drfüllen wird, was der Kongreß beschließt. Dann werden manche berechtigten Klagen verschwinden. So wenig ich mit manchem einverstanden war, was Herr Ussischkin hier ausgeführt hat, so wünsche ich doch dem Führer des Nationalfonds, dem Hüter vielleicht eines unserer wichtigsten Güter, daß es ihm vergönnt sein möge, am nächsten Kongreß die freudige Nachricht zu bringen, daß unser Landbesitz in großem Maße gewachsen ist (Beifall). 1*