Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 148)
- Language
- German, English, Hebrew
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14S Vierte Kongreß-Sitzung. Mittwoch, 21* August 1935, abends. Beginn der Sitzung: 21 Uhr 15 Min. Vorsitz: Präsident Dr. Ch. Weizmann. GEDENKFEIER FÜR DIE TOTEN. DR. NAHUM SOKOLOW (Präs. d. Zion. Organ. — spricht hebräisch): Bevor wir die abgelaufene Kongreßperiode abschließen, ist es unsere heilige Pflicht, derer zu gedenken, die der Tod aus unserer Mitte hinweggerissen hat, deren Leben und Wirken der Renaissance unseres Volkes, seinem Wohle und seiner Zukunft gewidmet war. Leider ist die Zahl derer, die wir in den letzten zwei Jahren verloren haben, nicht klein. Zwei Jahre! Ein kurzer Zeitabschnitt, und dabei ist unser Volk das kleinste unter den mächtigen Völkern, unter denen es lebt. Und doch, wie grausam, schmerzlich groß ist die Zahl der Männer von Ruf und Bedeutung, die wir in dieser kurzen Zeit verlieren mußten! Ja, die Sense des Schnitters arbeitete ohne Erbarmen. Der Tod hielt diesmal erbarmungslos Ernte unter uns. In einer kurzen Spanne Zeit hat er uns eine Reihe hervorragender Führer unserer Bewegung geraubt. In tiefer Trauer stehen wir an der Bahre unseres Kongreßpräsidenten ARIE LEIB MOTZKIN. Wer kann es fassen, daß diese ehrwürdige Gestalt, deren Tätigkeit lebendig vor den Tausenden Israels steht, nicht mehr unter uns weilt? Wer wird, wer kann diesen schweren Verlust ersetzen, wer die tiefe Lücke ausfüllen? Seit dem Tage, da unsere Organisation gegründet wurde, stellte der Verstorbene alle seine reichen Fähigkeiten in ihren Dienst. Viele Jahra hindurch leitete er unsere Kongresse mit erfahrener Hand. Alles, was er übernahm, war ihm heilige Pflicht. Im Großen wie im Kleinen war er ein Beispiel wissenschaftlicher Sorgfalt und Präzision. Wer ihm im: Leben nähertrat, wird das Bild dieses teuren Menschen in ehrendem Angedenken behalten. Zutiefst durchdrungen von sittlichem Ernst und jüdischer Herzensfrömmigkeit, trat er an jede Tätigkeit mit idealistischer Gesinnung heran. Streng sittliche Lebensführung und äußerste Hingabe an die nationale Selbstverteidigung, wie sie der Zionismus fordert, strömten aus seinem innersten Wesen. Selbstliebe und Eigennutz waren ihm fremd. Frömmigkeit und Sittlichkeit waren ihm eigen. „Es ruhte auf ihm der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke." (Jeschajahu 11, 2.) Der tiefe Eindruck, den diese vollkommene und harmonische Persönlichkeit auf jeden Menschen ausübte," strömte aus seinem starken 10