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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 624

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 624 (sequence 626)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--9033-3485183
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624 j.- Councilsitzung: Reorganisation der Agency von einem Gedanken erfüllt: Wir sehen in Erez Israel und in der Welt eine vollkommene Wandlung, eine Umkehr zu unserer Arbeit. Der Aufbau in Erez Israel ist verstärkt, das Tempo sehr groß, die Initiative der Einzelnen gewaltig, besonders in den Dörfern innerhalb der Pflanzungszone. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die Arbeiter 16 Stunden im Tag arbeiten. Das ist ihr gewöhnlicher Arbeitstag. Beim Arbeitgeber arbeiten sie so viel wie sie müssen, nämlich acht Stunden, aber wenn sie nach Hause kommen, arbeiten sie für sich, Mann und Frau, beim Mondschein, oder stehen eine Stunde vor Tag auf, um ihr Stück Land zu bebauen. Diese Umkehrung kommt uns selbst überraschend, die wir mehr als zwanzig Jahre in Palästina sind; sie ist nicht zu verstehen und nicht zu begrerien. Die Menschen halten sich mit ihren Fingern fest, sie existieren dort mit fünf Pfund im Monat, ihr Leben hat ein Ziel, hat Hoffnung, Perspektive, inneren Reichtum. Und diese Wandlung geht nicht vom Subjekt allein aus, sondern sie ist bestimmt von der Objektivität der Bedingungen im Lande und in der ganzen Welt. Als wir vor vier Jahren in Zürich ein Budget von 800.000 Pfund annahmen, da war es mir zu wenig und ich verstand nicht, daß man nicht von Millionären zumindest eine Million verlangte. Heuer wird unser Budget, über das wir schon viele Tage beraten, 160.000 Pfund betragen. Davon für Kolonisation, für das jüdische Volk, für die Hunderttausende, die auf Kolonisation warten, im Ganzen 19.500 Pfund. Wie viele Familien können von diesem Gelde, ich spreche nicht von der Basis der Existenz, nur das Material erhalten, das sie brauchen? Wir verlangen vom jüdischen Volk nichts anderes als Material, so wie die Juden in Mizraim nur das Stroh verlangt haben, das sie für die Ziegel brauchten. Früher haben wir 800 bis 1000 Pfund für eine Familie benötigt, heute werden wir eine Familie mit einem Minimum von 200 Pfund aufs Land bringen. Das ist heute kein Wander mehr, es sind gewisse objektive Ursachen vorhanden, die das bewirken. Unser Ruf ergeht an Euch: Gebt uns das Stroh, das wir brauchen. Wir haben hier in der Agency die Pflicht, alles miteinander zu harmonisieren, Galuth mit Erez Israel, die konstruktiven Möglichkeiten von Erez Israel mit dem Bedürfnis des ganzen jüdischen Volkes, wir haben die Mittel und Wege zu schaffen, damit wir tausende jüdischer Familien ins Land bringen können. Wenn wir uns besser organisieren, können wir neue Kräfte gewinnen. Es ist zum großen Teil unsere Schuld, daß der Prozeß über unsere Kräfte hinweggeht. Die Bewegung ist groß, die Gefühle für das Aufbauwerk gewaltig, aber die Organisierung steht nicht in der richtigen Proportion. Und so verlieren wir alle Möglichkeiten. Ich schlage vor, das Administrativkomitee zu beauftragen, daß es nach Prüfung des Budgets Mittel und Wege suche, wie man es aufbringt und wie man gleichzeitig zu einer Anleihe und zu einer großen Kolonisationsgesellschaft kommt. Ebenso sollte die Jewish Agency die einzige Instanz sein, die über alle für die Deutschlandhilfe gesammel-

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