Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 605 (sequence 607)
- Language
- German, English, Hebrew
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Speyer, <Cerlo 605 BERL LOCKER (Mitgl. d. Ex.): Ich werde dafür sorgen, daß die Herren, die der Politischen Kommission des Kongresses die autoritativen Informationen geliefert haben, sich auch mit diesem Politischen Komitee in Verbindung setzen. Dr. GUR AR JE TERLO (Zionist, Polen — spricht jüdisch): Zunächst erlauben Sie mir, mein Bedauern darüber auszudrücken, daß ich hier nicht hebräisch sprechen kann. Ich stamme aus einem Lande, das das nächste Nachbarland der Cechoslovakei darstellt — Westgalizien. Es gibt in unserem Lande etwa sieben bis acht Mitglieder und Ersatzmitglieder des nichtzionistischen Teiles der Agency. Von diesen ist kein einziger erschienen. Aus Ostgalizien sind von mehr als zwölf Mitgliedern nur eines oder zwei gekommen. Aus Kongreßpolen ist, wie mir scheint, keiner gekommen. Das heißt also, daß aus einem Lande mit einer jüdischen Bevölkerung von etwa drei Millionen der nichtzionistische Teil der Agency hier eine ganz geringe Repräsentation hat. Ich will nicht die Bedeutung der Leute unterschätzen, die hierhergekommen sind. Es ist aber eine Tatsache, daß aus Polen hierher zwei oder drei Leute gekommen sind, während zum Zionistenkongreß mehr als 130 Vertreter aus Polen, gewählt von etwa einer Viertelmillion Juden, gekommen sind. Wozu führe ich diese Tatsache an? Ich war bei der Gründung der Jewish Agency in Zürich, und ich erinnere mich an den großen historirischen Tag, der in der Geschichte des jüdischen Volkes für ewig bleiben wird. Was ist aber jetzt davon geblieben? Wir, die palästinensische Arbeiterschaft und die Zionisten-Sozialisten im Galuth, haben die Bemühungen unseres großen ehemaligen Präsidenten Weizmann (Beifall) zur Errichtung der Jewish Agency aufs wärmste unterstützt. Und darum schmerzt es uns besonders, wenn wir sehen, was aus der Agency geworden ist. Es bestanden sehr große Möglichkeiten für den Bund der Zionisten und der Nichtzionisten. Leider sind die Hoffnungen in den meisten Ländern nicht erfüllt worden. Leider wird der nichtzionistische Teil in der Jewish Agency von Jahr zu Jahr kleiner. Ich weiß, daß viele Männer der Agency für die Rechte der Juden in den einzelnen Ländern kämpfen. Es ist aber doch heute schon für alle klar, daß die Lösung des jüdischen Problems zum größten Teil in Erez Israel vor sich gehen kann, und die Leute der Jewish Agency sollten sich in erster Reihe damit befassen. Kein Zweifel, daß die Jewish Agency einen demokratischen Unterbau haben muß. Die Keren Hajessod-Zahler sollen als erste das Recht haben, den nichtzionistischen Teil des Council zu wählen. Und von dieser Tribüne muß es gesagt werden, viele Teile der Jewish Agency in manchen Ländern haben ihre Pflicht nicht nur im Sammeln, sondern auch im Spenden nicht erfüllt. Viele führende Männer der Jewish Agency fehlen in den Listen der Keren Hajessod-Zahler. Wir müssen aber mit vereinten Kräften in dieser schweren Zeit die Aufgabe erfüllen, die das Schicksal uns auferlegt hat: die Lösung der Judenfrage durch Palästina. Dr. VIKTOR STEIN (Cechoslovakei — spricht deutsch): Laut der