Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 594 (sequence 596)
- Language
- German, English, Hebrew
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594 Dritte Councilsitzung. Freitag, 1. September 1933, vormittags. Beginn der Sitzung io Uhr 30 Min. Vorsitz: Professor H. Speyer. REFERAT ÜBER ERZIEHUNGSFRAGEN IN PALÄSTINA. Dr. I. B. BERKSON (Mitgl. d. Ex. — spricht englisch): Im Laufe meiner kurzen Ausführungen werde ich den Ausdruck „Hebräisches öffentliches Schulsystem' gebrauchen und muß einige Minuten der Beschreibung dessen widmen, was wir unter diesem Terminus verstehen. Im hebräischen Schulsystem in Palästina haben wir ein Netz von Schulen : Elementarschulen, Kindergärten, Mittelschulen, Lehrerbildungsanstalten und diversen Gewerbeschulen, die alle dem Waad Leumi unterstehen. Das Schulwesen unterstand früher bekanntlich der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency. Innerhalb dieses Erziehungssystems sind etwa 24.000 Kinder erfaßt, von den 34.000 oder 35.000, die in den gesamten jüdischen Schulen Palästinas eingetragen sind. Die übrigen entfallen auf verschiedene andere Typen von Erziehungsinstitutionen: Alliance Israelite, Privatschulen, Chedarim. Die Regierung hat dieses hebräische Schulsystem als das öffentliche Schulsystem für die Juden anerkannt und gewährt uns den Großteil des Betrages, der entsprechend der Berechnung der Regierung unseren Anteil am staatlichen Erziehungsbudget darstellt. Es bestehen Meinungsverschiedenheiten zwischen uns und der Regierung über diesen Gegenstand; die Regierung, die unsere Schulen beaufsichtigt, besteht auf gewissen Grundsätzen, wir sind aber bezüglich der Ausbildungsdauer und in weitem Maße in administrativen Angelegenheiten unabhängig. Das Schulsystem brauchte vierzig Jahre zu seiner Entwicklung. Es ist tatsächlich ein Produkt der Chibbath Zion-Bewegung. Ein Grundprinzip der in Palästina gegründeten Schulen war, dem Volk Palästinas eine Sprache zu geben: die hebräische. Ein zweites Ziel war die Verbindung weltlicher und traditioneller Erziehung. In den alten jüdischen Schulen — Cheder und Jeschiva — war der Studiengang hauptsächlich durch religiöse oder literarische Gegenstände bestimmt. In Palästina haben wir die Aufgabe, zeitgemäße Gegenstände in den Lehrplan aufzunehmen und die Kinder für ein Leben der Arbeit vorzubereiten. Seit einigen Jahren haben wir — entsprechend dem Einflüsse der Arbeitergruppe im Erziehungswesen — auch in den Elementarschulen weitgehend landwirtschaftliche Arbeit forciert und es wurde auf praktische Arbeit als 'Geil des Lehrplanes großer Wert gelegt. Vom religiösen und vom allgemein sozialen Standpunkt haben wir in Palästina etwas Ungewöhnliches getan. Wir haben drei Zlypen von Schulen: die allgemeine Schule, die sehr stark der Elementarschule amerikanischen oder englischen Typs ähnelt,