Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 532 (sequence 532)
- Language
- German, English, Hebrew
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532 und Regierungen, daß sie alle Maßnahmen ergreifen werden, um den Judefi Deutschlands die Einwanderung und die Schaffung von Existenzmöglichkeiten zu erleichtern. 2. Der Kongreß erachtet es als die Pflicht der Mandatar macht, die XLore Palästinas für die größtmögliche Einwanderung deutscher Juden zu öffnen, ihre Ansiedlung zu erleichtern und alles zu tun, damit das Jüdische Nationale Heim, dessen Errichtung der Hauptinhalt des Mandates ist, im schnellsten Vempo und im größten Umfang aufgebaut wird, um so eine unerschütterliche Existenzgrundlage für das jüdische Volk zu schaffen, dessen Dasein seit Jahrhunderten nicht so gefährdet war wie heute. 3. Der Kongreß appelliert an die Öffentlichkeit der Welt, an alle Staaten, die ihre Solidarität mit dem Inhalt des Palästinamandates bekundet haben, und an den Völkerbund, der seine Durchführung zu überwachen hat, dem jüdischen Volke durch aktive Hilfe, vor allem in Form internationaler, politischer und finanzieller Kooperation, in seinen Bemühungen um den Aufbau des Nationalen Heims beizustehen. 2, ZIONISMUS — LÖSUNG DER JUDENFRAGE, Die Katastrophe, welche die Juden in Deutschland betroffen hat, hat aufs neue gezeigt; daßdie Judenfrage eines der brennendsten Probleme der Menschheit darstellt und jetzt mehr .als je zur Lösung drängt. Die in einem solchen Ausmaß im 20. Jahrhundert unvorstellbare Entrechtung und Bedrohung der ökonomischen Existenz einer 4er bedeutendsten jüdischen Gemeinschaften der Welt zeigen aufs neue, daß Zionismus und Palästina die grundlegende Lösung der Judenfrage bedeuten. In einer Zeit, in der alle Staaten und insbesondere die bisherigen Immigrationsländer leider eine weitere Einwanderung fast ganz ausschließen, bleibt Erez Israel das einzige Land für eine größere jüdische Einwanderung und bewahrt damit das jüdische Volk vor gänzlicher Hoffnungslosigkeit. Die Absorbierung Zehntausender jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland, die heute planlos die Länder Mittel- und Westeuropas aufsuchen, ist zu einem .internationalen Problem geworden, dessen Lösung durch den beschleunigten Aufbau des jüdischen Nationalheimes in. Palästina heute nicht nur im Interesse der Juden, sondern auch im Interesse der Welt liegt. Daher müssen die Tore Palästinas weit geöffnet werden für die jüdische Einwanderung, die ihrerseits dazu beitragen wird, die Aufnahmefähigkeit des Landes in fortschreitendem Maße zu vergrößern. / 3. AN DAS JÜDISCHE VOLK. Im Hinblick auf die Katastrophe, die die Juden in Deutschland getroffen hat, hält es der 18. Zionistenkongreß für seine Pflicht, ein Wort der Mahnung und des Rufes an das jüdische Volk in seiner Gesamtheit zu richten. Noch niemals in der Geschichte des Zionismus hat sich die volle Richtigkeit der Monistischen Analyse der jüdischen Gesamtsituatipn und die Berechtigung der zionistischen Lösung der Judenfrage in solch tragischer und überzeugender Weise manifestiert wie jetzt. Die Geschehnisse in Deutschland besiegeln den endgültigen Zusammenbruch all jener Illusionen, die in der bürgerlichen Emanzipation allein oder gar in der gewollten Assimilation eine Lösung der Judenfrage erblickt haben, den Zusammenbruch aller Versuche, die Solidarität und das gemeinsame Schicksal des jüdischen Volkes zu leugnen. Die Katastrophe in Deutschland hat bewiesen, daß der Zionismus und das Jüdische Nationale Heim in Palästina die einzige Losung der Judenfrage ist. Das zionistische Ideal in allen seinen Auswirkungen gibt der jüdischen Gemeinschaft und jedem ihrer Mitglieder die innere Kraft und Fähigkeit, allen Angriffen auf ihre Ehre und Existenz Widerstand zu leisten. Kein anderes Land der Welt bietet heute auch nur in annähernd gleichem Maße Zuflucht und Existenzmöglichkeit für die Zehntausende verdrängter und entwurzelter deutscher Juden. In der Tragödie des deutschen Judentums gibt es nur einen Lichtblick: Erez Israel. Daher fordert der XVIII. Zionistenkongreß das jüdische Volk auf, über alle Parteigegensätze hinweg das Bewußtsein des gemeinsamen historischen Schicksals in sich neu zu erwecken und alle seine Energie, seine Fähigkeit, seine Mittel in den Dienst zur Verwirklichung des zionistischen Endziels zu stellen. Der schnellste Aufbau des Nationalheimes ist die entscheidende Aufgabe dieser Generation.