Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 528 (sequence 528)
- Language
- German, English, Hebrew
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528 iy. Kongreßsitzung: Schlußreden die zweite zionistische Generation, und ich frage immer nach den Kindern unserer Freunde. Und da erfuhr ich, daß Remes und Gelber Söhne haben, und ich nahm mir sie zu Ordnern. Gewiß liegt mir auch an der älteren Generation, aber das zweite Geschlecht ist doch sicherer als das erste. Es gab in diesem Kongreß einen Winkel, wto es immer sehr gemütlich war: eine Zahl jüdischer Frauen hat uns diese Zeit über, im Büffet gedient als Mitarbeiterinnen und Zionistinnen. Ich halte es für meine Pflicht, auch ihnen zu danken (Lebhafter Beifall). Und nun bitte ich Sie, es mir nicht übel zu nehmen, 'daß auch ich in manchem geirrt, manchem das Wort nicht erteilt habe; z. B. warf mir ein Revisionist vor, — obwohl ich die Revisionisten nicht schlecht behandelt habe — daß ich dem Vertreter der Arbeiterschaft das Wort vor Dr. Wise gegeben habe, um den Wert der Rede des Dr. Wise herabzumindern. In Wirklichkeit war es aber gerade umgekehrt, und zum Glück kamen die Vorwürfe gewöhnlich von verschiedenen Seiten, so daß ich die eine mit dem Hinweis auf die andere beruhigen konnte;. Ich will Ihnen aber nicht nur humoristische Worte sagen, sondern auch ein paar ernste Mahnungen. Ich habe 17 Kongresse und sehr viele Konferenzen hinter mir, und ich muß sagen: dieser Kongreß war nicht der beste. Er war vielleicht der schlechteste. Es war schwer. Tag um Tag saß die Sechserkommission zusammen, und Ihr habt darauf gewartet, was da herauskommen wird. Eine ernste Sache hatten wir zu behandeln, legten wir doch unsere ganze Kraft und unseren ganzen Willen hinein, um die Wahrheit zu finden und sie Euch zu sagen. Und wenn wir im A.C. und am Kongreß sagte/i, was wir für nötig hielten, und die Untersuchungskommission einsetzten, so haben wir das im Bewußtsein getan, daß das Schicksal des ganzen Zionismus bedroht ist und nicht nur jenes Teiles, der so beleidigt ist, weil man ihn ausstoßen wollte. Ich hoffe, daß wir noch Gelegenheit haben werden, mit ihm in guter Stimmung und Harmonie zusammenzuarbeiten, daß jener Haß zwischen uns aufhören wird und wir wieder beginnen werden, einander zu verstehen. Man hat unseren Beschluß als Urteil eines Gerichtes aufgefaßt. Das ist nicht richtig. Wir sind nicht zu Gericht gesessen. Sobald aber der Verdacht aufgetaucht war, daß etwas in unseren Reihen nicht in Ordnung ist, daß hier eine Gefahr droht, daß irgendeine Wahrheit diesen Beschuldigungen zugrundeliegen könnte, haben wir es für nötig erachtet, sofort den Hebel anzusetzen und uns in die Arbeit zu stürzen. Und Ihr müßt uns helfen, daß der Zionismus wieder so rein und schön werde, wie er einst war, als noch jeder Kongreß uns ein Feiertag war. Meine lieben Freunde! Jeder Kongreß ist für uns ein Feiertag, aber die ersten Kongresse waren doch reine Feiertage, unsere einzigen Feiertage im Jahr. Wie weit waren wir damals noch von konkreter Arbeit entfernt! Wir glaubten zwar und freuten uns, daß wir weiterkommen werden zu konkreten Taten. Und wie schmerzte es uns, wenn wir zum Kongreß kamen, ohne Neues, Konkretes geschaffen zu haben! Trotzdem waren die Kongresse für uns Feiertage. Wir sahen das ganze