Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 458 (sequence 458)
- Language
- German, English, Hebrew
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458 x6. Kongreßsitzung: Bericht der Organisationskommission Wir müssen im Interesse des Wachstums der Bewegung für den Territorialverband sein. MEIR GROSSMANN Jst., A.C.): Ich kann die Aufregung nicht verstehen. Eigentlich reden wir über eine längst erledigte Sache. Das Presse-Bulletin von gestern bringt die Nachricht, daß die Kommissionsanträge über den Territorialverband angenommen, die Minoritätsanträge abgelehnt wurden. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Was im Bulletin steht, hat mit dem Kongreß keinen Zusammenhang. MEIR GROSSMANN: Es herrscht offenbar ein geistiger Kontakt zwischen dem Pressebüro und einem bestimmten Teil des Kongresses, der hier alles beherrscht. Es ist, als wären wir Automaten, die unter Euerem Diktat stehen. Herr Locker hat vor einigen Tagen eine begeisterte Rede für den doppelten Schekel gehalten; er hat gesagt, wenn jeder Zionist alljährlich den Schekel kauft, werden wir eine feste Organisation haben. Wir stimmen dem zu, aber in der Kommission haben seine Freunde gegen den doppelten Schekel gestimmt. Die unmöglichen Zustände in der Organisation sind dadurch verschuldet, daß vor den Wahlen eine Partei mit großen Mitteln Schekel kauft und, weil sie genug Mittel besitzt, diese Gelegenheit auszunützen, nun das Bestreben hat, die anderen Organisationen zu majorisieren. Wir sind prinzipiell für einen Territorialverband und stimmen in mehreren Punkten der Argumentation der Linken zu. Es herrscht im Zionismus wirklich eine unmögliche Situation. Grünbaum z. B. mit seiner kleinen Partei nützt bisher eine alte Adresse aus, und spricht, als hätte er das ganze zionistische Polen hinter sich. Auch in Amerika herrscht ein ähnlicher ungesunder Zustand; eine kleine Gruppe redet im Namen aller Zionisten. Die alten Adressen sind zu ändern. Es kommen von Zeit zu Zeit neue Kräfte in die Bewegung und diese sollen zur Geltung kommen. Aber wenn auch das, was Ihr wollt, an sich gut ist, warum eilt Ihr so? Ohne Zustimmung der anderen, ohne eine Zeit der Vorbereitung kann man die Sache nicht durchführen. Wir wollen nicht, daß Ihr Euere gegenwärtige zufällige Majorität ausnützt, und werden dagegen kämpfen. Wir wissen einen besseren Weg. Auch wir sind für eine einheitliche Zionistische Organisation, aber es muß einen Uebergang geben. Wir schlagen vor, daß für die nächste Kongreßperiode der Territorialverband auf dem Prinzip der Parität gegründet sein soll. Nach zwei Jahren werden wir dann der zionistischen Welt sagen, daß sie nicht nur für den Kongreß, sondern auch für die Landesorganisation zu wählen hat und daß in der Landesorganisation eine andere Verteilung der Kräfte eintritt. Ihr könnt uns nicht zwingen, in den Territorialverband hineinzugehen. So wird dieser Verband eine neue Jewish Agency sein, in der Ihr allein sitzen werdet. Ihr werdet eine gesunde Idee zugrunde richten, weil Ihr eine Zufallsmajorität von 52 Prozent habet. Tut das nicht!