Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 401 (sequence 401)
- Language
- German, English, Hebrew
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Stricker, Schechtmann 401 Die Sechserkommission kann sich daher nicht damit einverstanden erklären, das Material hier vorzulegen. Da es aber einen Vorschlag von Jabotinsky gibt, werden wir abstimmen. Dr. JOSEF SCHECHTMANN (Rev., Südafrika): Ich bitte um das Wort zur Geschäftsordnung. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich kann Ihnen das Wort nicht erteilen; der Kongreß hat beschlossen, keine Diskussion zuzulassen. (Auf neue dringende Anmeldung Dr. Schechtmanns): Wenn es sich nur um die Geschäftsordnung handelt, werde ich Ihnen das Wort erteilen. Dr. SCHECHTMANN: Im Namen unserer Fraktion wurde der Vorschlag gemacht, das Material, auf Grund dessen die Kommission die Resolution verfaßt hat, zu veröffentlichen. Der Vorsitzende ist der Ansicht, daß das A.C. beschlossen hat, dem Kongreß das Material nicht vorzulegen. Das A.C. hat aber kein Recht zu bestimmen, was der Kongreß hören oder nicht hören soll. VORS. PRÄS. MOTZKIN (unterbrechend): Wenn wir beschlossen haben, keine Diskussion durchzuführen, so können wir umso weniger dem Kongreß das Material vorlegen. Dr. SCHECHTMANN: Ich bitte um die Möglichkeit, meinen Vorschlag begründen zu können. Der Kongreß muß doch verstehen, was er annehmen soll oder nicht. (Rufe links: Wir verstehen es!) VORS. PRÄS. MOTZKIN erteilt Dr. Schechtmann drei Minuten Redezeit. Dr. SCHECHTMANN: Wir erklären, daß das Material, auf Grund dessen die Kommission ihre Resolution ausgearbeitet hat, nicht die mindeste Begründung für eine solche Aktion enthält. Wir erklären, daß wir keine Möglichkeit und keinen Grund haben, über eine Resolution von so weitgehender Bedeutung blind abzustimmen. Aber der ganze Kongreß hat keine Ahnung, was dieses Material enthält. Was Berl Katznelson in der Sitzung des A.C. vorgelesen hat, sind nichtige Sachen, Auszüge aus allgemein bekannten Artikeln und Erklärungen; das übrige ist entweder gefälschtes oder falsch ausgelegtes Material. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Herr Dr. Schechtmann, ich entziehe Ihnen das Wort, Herr Dr. Schechtmann hat hier von der Tätigkeit der Kommission gesprochen, ohne eine Ahnung davon zu haben. Wir haben die Partei der Revisionisten aufgefordert, zu uns Vertreter zu schicken, damit sie auf das vorliegende Material antworten. Die Revisionisten haben aber niemanden geschickt (Rufe links: Pfui!). VLADIMIR JABOTINSKY: Herr Präsident, das ist eine Ungerechtigkeit! VORS. PRÄS. MOTZKIN: Alle Erklärungen, die Herr Schechtmann über das Material gemacht hat, sind rein subjektive Hypothesen. 26