Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 398)
- Language
- German, English, Hebrew
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398 jj. Kongreßsitzung: Untersuchungskommission Tendenzen, falls ihr Vorhandensein bewiesen werden sollte, ein Ende zu machen und Elemente aus der zionistischen Bewegung zu beseitigen, die die Schuld oder Verantwortung für solche Tendenzen tragen. Der Kongreß überträgt hierdurch der vom A.C. zu wählenden Kommission alle Vollmachten, um die Untersuchung durchzuführen, inbegriffen diejenigen Rechte, Zeugen zu laden und die Vorlegung von Dokumenten zu verlangen, wie sie das Ehrengericht der Zionistischen Organisation besitzt. Zum Schluß erkläre ich im Namen der Sechserkommission, daß dieselbe weit davon entfernt ist, durch ihre Resolution irgendwie in das in Bezug auf die Tragödie Arlosoroff schwebende Verfahren einzugreifen, und ich bitte, das als authentische Interpretation zu betrachten. Es sind noch andere Deklarationen eingebracht worden, eine von der revisionistischen und eine von der Judenstaatspartei. Bei uns besteht die Gepflogenheit, daß Deklarationen dem Präsidium vorzulegen sind und daß sie nur dann zur Verlesung gelangen können, wenn das Präsidium sie genehmigt hat. In der Sitzung des A.C., welche gestern getagt hat, ist beschlossen worden, dem Präsidenten dieses Recht zu bestätigen, das heißt, das Recht, nur diejenigen Deklarationen verlesen zu lassen, welche er für den Kongreß als zulässig betrachtet. Wir bitten um die Bestätigung dieses Rechtes für den Präsidenten durch diese Versammlung des Kongresses. Der Vorschlag rvird mit allen Stimmen, außer denen der Revisionisten, angenommen. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich frage nun die Revisionisten, ob sie damit einverstanden sind, daß ihre Deklaration in dem vom Präsidium genehmigten Auszug zur Verlesung gelange. VLADIMIR JABOTINSKY (Rev., Westgalizien): Wenn Sie fragen, ob wir die Deklaration in der Form akzeptieren, wie Sie sie zensuriert haben, so sage ich nein. Wir akzeptieren Ihre Zensur nicht, und ich verlange das Recht, unsere Deklaration zu begründen. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Wir haben dem Kongreß im Namen des A.C. auch den Vorschlag zu unterbreiten, daß keine Debatte stattfinde und keine Erklärungen abgegeben werden, außer denjenigen, welche vom Präsidenten zugelassen werden. VLADIMIR JABOTINSKY: In einem schweren Moment, da viele von uns ernstlich besorgt sind, daß vielleicht durch den Kongreß ein Schritt gemacht wird, den viele von uns als verhängnisvoll für den Kongreß und auch für die heilige Sache der menschlichen Justiz erachten, welche heilig sein muß in den Augen der Gegner und der Anhänger gewisser Erscheinungen und gewisser Leute — in diesem Moment fordern wir von Euch als Mindestes, daß Ihr eine Prozedur nicht erlaubt, die uns zur Karikatur einer Volksvertretung macht. Es muß die Möglichkeit gegeben sein, jeden Vorschlag zu begründen, den man hier macht, und auf jeden Vorschlag zu erwidern. Wir müssen gegenseitig so viel Vertrauen zueinander haben, um zu wissen, daß wir in einem Augenblick, wo wir vielleicht vor Beschlüssen stehen, die von tragischer Bedeutung werden können, die Debatte mit aller nötigen Vorsicht führen werden. Wenn der Vorsitzende