Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 395)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow, Grünbaum u. a. 395 Antrag zu begründen und bitte, ihn der Organisationskommission zu übergeben. Wir alle freuen uns über die Tatsache, daß die hebräische Sprache das jüdische Leben in Erez Israel beherrscht. Wir freuen uns über die Tatsache, daß die Jugend, die ihr Leben mit Erez Israel verknüpft, im Zeichen des Hebräischen steht. Wir freuen uns, daß auch im Galuth ein ausgedehntes Netz von Schulen mit hebräischer Unterrichtssprache besteht und sich immer mehr vergrößert. Es ist die Zeit gekommen, daß unsere Nationalsprache auch zur Sprache des Zionistenkongresses werde. Heute bringen die Massen, die mit allen Sprachen der Welt nach Erez Israel kommen, die Gefahr mit sich, die Herrschaft der hebräischen Sprache zu erschüttern. Es muß daher all denen, die ihr Leben und ihre Arbeit unserer Freiheitsbewegung widmen, die Pflicht auferlegt werden, die hebräische Sprache zu sprechen und wenn sie das nicht können, sie zu erlernen. Das ist nicht nur eine spezifisch jüdische Frage. Auch andere europäische Völker standen nach dem Krieg vor diesem Problem, und sie alle haben in ihre Konstitution einen Punkt aufgenommen, daß das passive Wahlrecht ins Parlament nur jenen zustehe, die die Landessprache beherrschen. Wie viele Juden gibt es, die heute litauisch, lettisch, polnisch, cechisch oder rumänisch erlernt haben, während sie früher diese Sprache kaum kannten! Ich weiß nicht, warum das Recht unserer Nationalsprache kleiner sein soll als das Recht der Sprachen anderer Völker (Beifall). Es gibt unter uns Personen, die sich große Verdienste um den Zionismus erworben haben und nicht hebräisch sprechen. Natürlich kann man sie nicht vom Wahlrecht ausschließen. Ich beantrage daher, daß dieser .Beschluß auf alle jene, die auf drei Kongressen Delegierte waren, nicht angewendet werde. Ich glaube, daß wir durch Annahme meines Antrages die Herrschaft der hebräischen Sprache mit Gesetzeskraft befestigen werden und in einigen Jahren werden wir einen Kongreß haben, bei dem alle Delegierten hebräisch verstehen und sprechen werden (Lebhafter Beifall). VORS. VIZEPRÄS. ELIESER KAPLAN: Dieser Antrag wird an die Organisationskommission geleitet und dann erst vors Plenum gebracht werden. MELECH NEUSTADT (Arb., Polen): Ich möchte fragen, ob das Präsidium berechtigt ist, Vorschläge vor das Plenum zu bringen, die in der Kommission noch nicht behandelt wurden. VORS. VIZEPRÄS. ELIESER KAPLAN: Nach den Statuten und nach der Praxis meines Vorgängers sah ich es als meine Pflicht an, einen Vorschlag, der von 77 Personen unterzeichnet ist, vorzubringen. Nachdem die Kommission die Frage behandelt haben wird, werden wir darüber diskutieren können. PRÄS.-SEKR. Dr. GELBER teilt mit, daß eine Kulturkommission, bestehend aus folgenden Mitgliedern, zusammengesetzt ivurde: