Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 357)
- Language
- German, English, Hebrew
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Avissar, Fishman 357 1. einen wirksamen Schutz seitens Englands und Frankreichs für alle Juden, die in den Gebieten ihrer Oberhoheit, bzw. ihres Einflusses leben, und eine Kontrolle des Völkerbundes, 2. die Einwirkung der Intelligenz der arabischen und muselmanischen Welt auf ihre Zeitungen, damit diese die Hetze gegen die Juden aufgeben, die Massen beruhigen und von den örtlichen Regierungen Schutz des Lebens und des Besitzes verlangen, 3. Erleichterung der Auswanderung für die Juden dieser Länder und Öffnung der Tore Erez Israels, 4. die Organisation der Einwanderung der Ostjuden und die Vorbereitung der jungen Generation für den Aufbau Palästinas, 5. jüdische und internationale Hilfeleistung für die Ansiedlung dieser Immigranten in Palästina (Beifall). JACOB FISHMAN (Allg., Amerika — spricht jüdisch): Hoher Kongreß, wir haben heute hier eine Stimme aus Amerika gehört, die uns angeblich ein Bild davon geben wollte, was die amerikanischen Zionisten neute denken. Aber ich glaube, daß dieses von meinem Landsmann Rabbi Dr. Wise entworfene Bild so falsch und verschroben ist, daß es eine Karikatur genannt werden kann. Es wäre mit meiner Pflicht als Delegierter und Zionist unvereinbar, diese Rede von Rabbi Wise nicht näher zu beleuchten, die mit Friedensversicherungen und dem Bedauern über das Fehlen einer einheitlichen Front begann; es ist überhaupt Brauch aller, die nachher hetzen wollen, mit der Forderung nach der Einheitsfront zu beginnen. Nach der sanften Erklärung, die die amerikanische Friedenstaube mitgebracht hat, ging sie gleich zu einem erbitterten Angriff auf die Histadruth über, ohne sich überhaupt die Mühe zu nehmen, sich zu informieren, was für eine Organisation eigentlich diese Histadruth ist. Dann aber hielt es Rabbi Wise für nötig, über einen Mann herzufallen, einen großen Führer, der seine Pflicht auch dann erfüllte, als ihm Unrecht geschehen war. Diesen Kampf begann Rabbi Wise, weil dieser Mann, gegen den er zu Felde zieht, vielleicht gar als Führer zurückkehren könnte. Darum legte Rabbi Wise sein Ohr ans Schlüsselloch und erlauschte Gerüchte, die angeblich wissen wollen, daß dieser Führer Bedingungen für die neuerliche Übernahme der Führerschaft stelle. So sprach der Mann, der mit Friedensabsichten hierherkam. Ich will mich nicht näher mit dem Urteil von Dr. Wise über die Histadruth befassen. Berl Katznelson hat ihm die gehörige Antwort gegeben, und Rabbi Wise wird sich diese Lehre zu Herzen nehmen müssen (Lebhafter Beifall). Auch ich kann von der doppelten Buchführung unseres großen Rabbi Wise ein Lied singen, wie er bei uns in Amerika als der große Arbeiterfreund gilt, in dessen Augen jeder Arbeitgeber verdächtig ist, während er hier nur die Arbeiter und die Histadruth verdächtigt. Ich rieb mir die Augen und wußte nicht, was hier vorgeht. Es gibt heute Prosperity in Erez Israel. Was aber haben die Arbeiter von dieser Prosperity? Hat vielleicht jeder Arbeiter sein eigenes Automobil in der Garage und jeden Tag ein gebratenes Huhn zum Mittagessen? Wer hat von dieser Prosperity profitiert? In Erez Israel gibt es