Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 355

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 355 (sequence 355)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8762-3484912
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Gluska, Avissar 355 Sekretariat der Londoner Exekutive, der Waad Leumi, das Großrabbinat und der Bürgermeister von Tel Aviv ausgestellt hatten. Was war das Resultat? Die Jerusalemer Exekutive legte alle möglichen Hindernisse in den Weg der Abordnung. Sie schreckte nicht vor billigster, hinter den Kulissen ausgestreuter Verleumdung zurück, um uns in den Ländern, in welchen sie keinen direkten Einfluß hat, zu schaden. In denjenigen Ländern, in welchen sie einflußreich ist, erreichte sie, daß allzu willige Funktionäre um jeden Preis unsere Arbeit störten. Und in zwei Ländern, nämlich in Deutschland und in der Cechoslovakei, führten ihre treuen Diener ihre Wünsche geradezu vorbildlich aus. Man braucht die Folgen einer solchen Handlungsweise nicht erst aufzuzählen. Die Diener der Jerusalemer Exekutive haben sich Mühe gegeben. Die Jerusalemer Exekutive steht den Forderungen der Jemeniten gleichgültig gegenüber. Unserer Einwanderung stellt die Jerusalemer Exekutive dieselben Schwierigkeiten in den Weg, wie Herr Hyamson der allgemeinen jüdischen Einwanderung. Der Kastengeist der Jerusalemer Exekutive zeigt sich aber auch in der Tatsache, daß sie Sonderaktionen des Misrachi, der Histadruth usw. gestattet, und zu gleicher Zeit unsere Sonderaktion mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Wir aber fordern auch hier Gerechtigkeit! Entweder sollen sämtliche Sondersammlungen zionistischer Gruppen oder Parteien verboten werden, um das Feld für die nationalen Fonds freizuhalten, oder aber soll man auch unsere Sonderaktion gestatten! Ich fasse zusammen: auf keinen Fall werden wir uns den Bestrebungen jener Kreise fügen, die uns zu „Nichtariern" und zu Juden zweiter Klasse stempeln wollen; mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln werden wir um unsere elementaren Rechte als Menschen, Juden und Zionisten kämpfen; wir werden für Gerechtigkeit in Erez Israel und außerhalb Erez Israels kämpfen! Und die Bemühungen der Jerusalemer Exekutive, uns abzuschütteln und beiseitezuschieben, werden zwecklos bleiben. Unsere Forderungen an den Kongreß sind bekannt. Ich wiederhole sie: 1. Wir fordern Gleichberechtigung bei Sonderaktionen. 2. Wir fordern die Überführung sämtlicher noch in Jemen ansässiger Juden nach Erez Israel in kürzester Zeit. 3. Wir fordern aus diesem Grunde nachdrücklichst die Errichtung eines Immigrationsbüros und mehrerer Hachschara-Stationen in Aden. 4. Wir fordern die Zuteilung von Boden an die Jemeniten, und zwar neben den bereits existierenden Siedlungen. 5. Wir fordern die Vorbereitung der Böden, die uns zugewiesen worden sind und die während der letzten Jahre brach lagen, weil die Jerusalemer Exekutive sie nicht für die Besiedlung vorbereitet hat. 6. Wir fordern die Regelung unseres Erziehungswesens im Einklang mit unseren Prinzipien und unserer Aussprache. DAVID AVISSAR (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Etwa eineinhalb Millionen sephardischer und östlicher Juden leben in Europa, Asien und Afrika, der Verfolgung und der Schande ausgesetzt. Schon auf dem letzten Kongreß hat man von den Pogromen in Griechenland

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.