Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 329)
- Language
- German, English, Hebrew
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Elfte Kongreßsitzung. Dienstag, 29. August 1933, abends. Beginn der Sitzung 21 Uhr 15 Min. Vorsitz: Präs. Motzkin. Dr. Z. V. FINKELSTEIN (Allg., Oesterreich — spricht jüdisch): Ich komme aus Wien, der Stadt, von welcher der Ruf Theodor Herzls ausgegangen ist, der Ruf nach dem Judenstaat, nicht im Sinne einer Proklamation, sondern als Inbegriff aller Probleme des jüdischen Lebens. Wie es höchste Zeit ist, die Gebeine des toten Herzl nach Palästina zu überführen, so ist es auch Zeit, den lebendigen Herzl und seine Ideen zu verwirklichen. Vor allem möchte ich feststellen, daß die Allgemeinen Zionisten, die ich zu vertreten die Ehre habe, absolut nicht gegen jüdische Arbeit sind, — im Gegenteil, wir glauben, daß die jüdischen Arbeiter Erez Israels das höchste Symbol des Jischuv darstellen und in guten und in schlechten Zeiten fest an der Front Erez Israels ausharren. Wenn man hier einen künstlichen Klassenkampf einführen will, erklären wir, daß wir lieber eine jüdische Arbeiterschaft in Erez Israel mit einem Klassenkampf haben wollen, als gar kein Erez Israel oder Erez Israel mit einer arabischen Majorität. Die jüdische Arbeiterschaft Erez Israels hat in den schwersten Zeiten Disziplin gewahrt. Man darf die Positionen, die die jüdische Arbeiterschaft in Erez Israel in so schwerem Kampf errungen hat, man darf das wichtigste Instrument der Arbeiterschaft, die Histadruth Haowdim, nicht zerstören. Wir Allgemeinen Zionisten werden keinesfalls zulassen, daß andere Parteien Konkurrenzunternehmungen gegen die Histadruth schaffen. Wenn ich den bisherigen Verlauf des Kongresses überblicke, muß ich mit Bedauern konstatieren, daß der Kongreß sich mit Parteikämpfen befaßt hat, anstatt mit den gewaltigen Problemen und der brennenden Not der Juden in der ganzen Welt. Ueber die konkreten Fragen Erez Israels und über das deutsche Problem hat man sehr wenig gesprochen. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß der Zionistische Kongreß die höchste Tribüne des jüdischen Volkes ist. In Bezug auf den Weltkongreß wird die Exekutive dafür zu sorgen haben, daß der Jüdische Weltkongreß nicht als Konkurrenz gegen den Zionistischen Kongreß auftritt. Man sprach hier über den Ausschluß einer Gruppe. Ein formeller Ausschluß ist eigentlich nicht möglich. Nach unseren Statuten gehört zu unserer Organisation jeder, der einen Schekel kauft. Ihr werdet eine Gruppe ausschließen, ihre Mitglieder aber werden Schekalim kaufen und so wieder in der Organisation sein. Man muß nach anderen Mitteln suchen, um das Primat der Disziplin in der Organisation durchzusetzen. Die Organisation ist die wichtigste Schöpfung Herzls. Mit der Organisation stehen und fallen wir, da kann es keine Kom-