Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 327)
- Language
- German, English, Hebrew
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H off mann 327 «druth Haowdim einzutreten haben, um dort für die Interessen des nationalen jüdischen Arbeiters zu kämpfen. Wir glaubten die Möglichkeit zu finden, uns zionistisch auszuleben. Wir blieben jahrelang dort. Dann aber fühlten wir, daß für uns kein Platz ist, daß wir dort ersticken. Man gab uns keine Arbeitsmöglichkeit. Wir wollten als Arbeiter leben, nicht um zu konkurrieren und gegen die Interessen des jüdischen Arbeiters zu kämpfen — das ist eine Verleumdung. Es gibt keinen einzigen derartigen Fall (Beifall.) Wir haben nur für unsere Interessen gekämpft, die sich oft mit denen der Histadruth nicht deckten. Ihr werdet uns aber keinen Fall nachweisen, wo wir die Löhne unterboten oder die Arbeitszeit überboten hätten. Wir ließen uns nicht von gewissen Elementen, die das wollten, gegen die Arbeiterschaft ausnützen, und keine Provokation wird es dazu bringen. Wir blieben in der Histadruth länger als wir außerhalb der Histadruth stehen. Damals waren wir wenige, heute sind wir eine Macht von 2500 registrierten Arbeitern und unsere Potenz im Galuth ist viel größer; sie wird kleiner sein, wenn Ihr andere Methoden einführen werdet, sie wird größer werden, wenn Ihr bei den bisherigen Methoden bleiben werdet. Wir wollen die Histadruth nicht zerbrechen, aber solange im Land ein Zustand herrscht, daß für Andersdenkende kein Platz ist, wenn Ihr — was in der Arbeiterschaft der ganzen Welt unbekannt ist — ein Monopol auf Arbeitsverteilung einführet, so lange kann keine Rede von Frieden sein. Und kein Friede wird sein, so lange Ihr das Prinzip des Klassenkampfes als Heiligtum hinstellt. Ich verstehe nicht, wie Euer Führer Ben Gurion sagen konnte, unter Klassenkampf verstehe er die Organisierung der jüdischen Arbeiter und die Verteidigung ihrer Rechte. Wie könnt Ihr den Mut haben, diese Art von Klassenkampf in der zweiten Internationale, deren Mitglieder Ihr seid, zu verteidigen? (Beifall.) Man will dem Kongreß einreden, es gebe Klassenkampf sowohl als theoretischen Bestandteil eines Programmes als auch in praktischer Ausführung in Erez Israel. W7ie ist dann Eure Forderung nach jüdischer Arbeit zu verstehen? Wenn wir das sagen, so ist das verständlich, weil es unserer ganzen Gesinnung entspricht, aber Ihr, Internationalisten, redet von jüdischer Arbeit? Ich glaube Euch nicht! Menschen, die internationale Gleichheit fordern, können doch nicht von nationaler Arbeit sprechen! Und was bedeutet der Ausdruck: national und gleichzeitig sozialistisch? Wie vereinigt man diese beiden Begriffe? Vereinigt hat man sie in jenem Lande, wo Alfred Rosenberg unseren Ausschluß vom Kongreß verlangt. Nationalsozialismus ist keine neue Sache, nur jüdischer Nationalsozialismus — das ist neu (Unruhe links). Und hitleristische Gedanken sind dort (nach links deutend) zu suchen (Lebhafte Unruhe. TABENKIN: Der internationale Fascismus hat hier nichts zu sagen. Respekt vor dem Zionismus! Respekt vor dem Sozialismus, Respekt vor dem jüdischen Arbeiter!) Wie Ihr Euch zu Hitler stellt und wie wir es tun, das hat man hier gesehen. (Lebhafter Beifall. Unruhe.) In diesem Kongreß, der sich in einem gefährlichen Zustand befindet,