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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 320

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 320 (sequence 320)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8727-3484877
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320 io. Kongreßsitzung: Generaldebatte dieser Tribüne sprach. Es ist aber verwunderlich, wieso Herr Dr. Stephen Wise, der wünscht, daß seine Rede internationalen Widerhall finde, und der es auch verdient hat, sich erlaubt, über Tatsachen zu sprechen, die nicht existieren, wo er doch die Möglichkeit hatte, vor Beginn seiner Rede einen von uns zu fragen, ob das, was er hier als Tatsachen vorbringt, richtig ist oder nicht. Diese verwunderliche Tatsache ist nur damit zu erklären, daß jetzt in der zionistischen Bewegung ein seltsamer Geist herrscht. Nicht von Gegnern sei hier die Rede. Gegner, die zwei verschiedene Seiten einer Bewegung vertreten, können einander ehrlich kritisieren, und finden doch zu einander. Jetzt herrscht aber ein anderer Geist, der Geist der „heiligen Lüge" (Pfuirufe). Ich hätte sehr gemäßigt gesprochen, ich kann es aber nicht tun, wenn man mit Lügen kommt und diese Lügen in der ganzen Welt verbreitet;, bloß zu dem Zweck, um Leute wie Stephen Wise zu fangen und sie als Posaune für solche Lügen zu gebrauchen. Das ist sehr zu bedauern. Jeder Jude in Erez Israel, der arbeiten will, sei es ein religiöser Jude, der Arba Kanfos trägt und dreimal im Tage betet, oder ein linker Poale Zion, der überhaupt nicht zum Zionistenkongreß kommt, kann gleichberechtigtes Mitglied der Histadruth sein. Jeder Jude, der in Erez Israel wohnt — Sie können die Delegierten aus Palästina fragen, zu welcher Partei sie auch immer gehören — weiß, daß die Histadruth ihre Mitglieder nicht darnach fragt, ob sie Sozialisten oder NichtSozialisten, Orthodoxe oder Freidenker sind. In der Histadruth sind Juden verschiedener Gemeinden organisiert, Jemeniten, Sephardim und andere, junge und alte, Gebildete und Analphabeten, die Histadruth fragt niemand nach seinen Anschauungen. In der Konstitution der Histadruth, die in jedem Mitgliedsbüchlein zu finden ist, heißt es, daß die Histadruth von ihren Mitgliedern nur eines verlangt, daß sie von eigener Arbeit leben und die Arbeit anderer nicht exploitieren. Es gab eine Zeit, wo in der Histadruth auch revisionistische Arbeiter waren, sie haben sich auch als Delegierte an der 3. Konferenz der Histadruth beteiligt, darunter auch Jakob Weinschal, dessen Name aus den letzten Nachrichten aus Palästina besonders bekannt wurde. In unserer Literatur können Sie die Rede nachlesen, die Dr. Weinschal damals gehalten hat. War darin auch nur die Spur einer Klage, daß die Histadruth ihre Mitglieder nach ihrer politischen Einstellung inquiriert? Er sagte damals, daß die Histadruth eine allgemein jüdische Institution ist, und wenn heute hier vorgebracht wird, daßnur Sozialisten Aufnahme in die Histadruth finden können, so ist es uns unmöglich, dies ruhig mitanzuhören. Wir sind schon daran gewöhnt, diese Lüge von dem Flügel der „heiligen Lüge" zu hören. Wenn aber Männer wie Dr. Wise und Bogratschow derlei vorbringen, so können wir nicht ruhig bleiben. Wer die Wahrheit kennt, sie aber verleugnet, mit dem hat es keinen Zweck zu debattieren. Wer aber die Wahrheit wissen will, dem erkläre ich: Jeder Jude kann das Mitgliedsbuch der Histadruth bekommen. Im Namen des Hapoel Hamisrafchi wurde hier

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