Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 211)
- Language
- German, English, Hebrew
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211 Siebente Kongreßsitzung. Freitag, 25. August 1933, vormittags. Beginn der Sitzung io Uhr 45 Min. Vorsite: Präs. Motzkin. PRÄS.-SEKR. Dr. GELBER verliest eine Reihe von Begrüßungen an den Kongreß, darunter Begrüßungstelegramme des Wiener Oberrabbiners Dr. "Beuchtwang, des Oberrabbiners Dr. Ehrenpreis (Stockholm) und des Justizrats Dr. Bodenheimer (Amsterdam). Hierauf gibt Dr. Gelber im Atiftrage des Präsidiums den Schlüssel für die Zusammensetzung der Permanenzkommission bekannt. Bisher haben folgende Parteien ihre Vertreter im Permanenzausschuß nominiert: Misrachi: Rabbiner Brod, Rabbiner Gold, Mosche Schapira, Blum; Revisionisten: Dr. Hoffmann, Dr. Waschitz, Dr. W. Wdowinsky, Ing. Scheskin; Zionisten Kongreßpolens und Radikale: Dr. Goldmann, Dr. Waldmann; Demokratische Revisionisten: Meir Großmann. Die übrigen Parteien werden aufgefordert, ihre Vertreter noch im Laufe des Vormittags bekanntzugeben. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Die nun beginnende Generaldebatte wird wie immer in drei Turnussen vor sich gehen. Das Präsidium konnte bisher die Zeit, die jedem Delegierten in der Generaldebatte zusteht, nicht feststellen. Da aber, um keine Zeit zu verlieren, mit der Generaldebatte begonnen werden muß, schlägt das Präsidium für den ersten Turnus folgende Einteilung vor: der Redner der größten Gruppe hat das Recht eineinhalb Stunden zu sprechen, die nächsten drei Fraktionen je eine Stunde, und die übrigen je eine halbe Stunde. Dieser Modus wird angenommen. DAVID BEN GURION (Arb., Polen — mit lang andauerndem Beifall aufgenommen, spricht jüdisch): Ich betrete diese Tribüne, von dem Gefühl durchdrungen, daß nicht nur die Hunderttausende, die an den Wahlen zu diesem Kongreß teilgenommen haben, sondern auch die großen Massen des gesamten jüdischen Volkes mit Ungeduld, Besorgnis und Hoffnung auf diesen Kongreß blicken, der die höchste Tribüne des jüdischen Volkes darstellt. Wir durchleben jetzt eine Zeit, in der die letzte Illusion und Hoffnung auf das Galuth in allen Ländern zunichte geworden ist. Und das jüdische Volk in allen Ländern sieht vor sich nur eine Hoffnung und einen Trost: Erez Israel. Wir tragen hier die Verantwortung nicht nur für die Millionen Juden der gegenwärtigen Zeit, die zu diesem Kongreß aufschauen, sondern auch für die Hunderte von Generationen der jüdischen Vergangenheit und für die Hunderte von Generationen der jüdischen Zukunft. Denn es ist das Privileg unserer Generation — mit dem Worte „unsere Generation" meine ich auch diejenigen, die 25 Jahre vor uns, und diejenigen, die 25 Jahre nach uns nach Erez Israel gekommen sind — die Verwirklichung der alten historischen Hoff- 14*