Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 209)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ussischkin 209 Juden in der Welt schreckt mich nicht. Wenn die Einnahmen sinken, so geschieht es nicht wegen der Geber der Spenden, sondern wegen derer, die sie einkassieren. Das ist meine Auffassung seit je. Ebenso steht die Sache auch beim Keren Hajessod; entscheidend ist nicht der, der gibt, sondern der, der den Beitrag. einfordert. Ich werde in der Kommission, die sich mit Bodenfragen beschäftigt, bezüglich einer Reihe von Dingen konkrete praktische Vorschläge machen. Bevor ich schließe, erbitte ich mir für einige Augenblicke Ihre Aufmerksamkeit für eine besondere Angelegenheit. Wir alle empfinden tief das tragische Schicksal Arlosoroffs. Wir haben das Gefühl, daß wir nicht mit Worten der Trauer unsere Pflicht ihm gegenüber erfüllen. Dieses Gefühl beherrscht nicht nur jeden Einzelnen in diesem Saale, sondern auch die zionistische Welt außerhalb. Sie wissen, daß die Freunde in Erez Israel, die ihm als Mitglieder der Arbeiterorganisation am nächsten standen, bereits den Anfang im Lande selbst gemacht haben. Als sich die Vertreter der Arbeiter in dieser Sache an mich wandten, machte ich ihnen den Vorschlag, jetzt noch nicht anzufangen; die Ehre des Verblichenen und die Ehre des Werkes erfordern es, daß man auf dem Kongreß beginnt und von hier aus die Parole ausgibt. Aber sie haben für den Anfang eine recht große Summe aufgebracht. Der Keren Kayemeth hat auf den Namen des Verblichenen eine städtische Siedlung in der Haifa-Bay „Sichron Chajim" benannt. Es ist dies ein städtischer Punkt, der seinen Namen trägt, ein Punkt, der nicht für ihn geschaffen wurde. Die Ehre des Dahingeschiedenen und seine ideologischen Bestrebungen verpflichten uns, einen neuen Siedlungspunkt auf seinen Namen zu schaffen, und das soll kein städtischer, sondern muß ein ländlicher Punkt sein. Das Direktorium hat in dieser Richtung bestimmte Pläne. Aber es fehlt noch das Geld. Ich fordere vom Kongreß, daß er allen Parteien und allen Ländern die moralische Pflicht auferlege, daß sie für dieses Werk arbeiten. In den nächsten Monaten schon soll der Boden gekauft werden, auf dem zum ewigen Angedenken Arlosoroffs eine Siedlung errichtet werden wird: Die Resolution darüber lautet: 7. Der Kongreß proklamiert ein großes Siedlungswerk auf den Namen Chaim Arlosoroff und bestimmt, daß die Mittel dieser Aktion, die für Bodenkauf nötig sind, dem K.K.L. zur Verfügung gestellt werden. Es ist ein großes Opfer, das vom jüdischen Volk verlangt wird, und entsprechend der Größe des Opfers muß die Siedlung sein, die Arlosoroffs Namen trägt. In später Stunde wende ich mich an jeden Einzelnen von Ihnen, Sie mögen alles daransetzen, daß dem Keren Kayemeth sein Recht werde. Das Land wird aufgebaut werden, wenn wir den Boden haben. Haben wir ihn nicht, dann wehe uns! Dann werden uns keine Programme und keine Resolutionen retten. Das Land wird nicht Erez Israel sein, sondern Erez Ismael. Wenn Sie das verstehen werden, dann wird das Lied des Bodens nach zwei Jahren am XIX. Kongreß fröhlicher erklingen als heute (Lebhafter, langandauerjider Beifall). 14