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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 167

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 167 (sequence 167)
Language
German, English, Hebrew
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Ussischkin 167 große Sünden auf uns geladen haben, wenn wir in Erez Israel nur sechs Prozent jüdischen Bodens besitzen. Ich habe hier vieles zu meinem Lobe gehört: Ich werde vielleicht noch bei einer anderen Gelegenheit erzählen, was mir die zionistische Bewegung gegeben hat. Ich will dies für diejenigen tun, die unsere Arbeit fortsetzen werden. Ich will Euch aber etwas erzählen, was für mich das Symbol meines ganzen Lebens gewesen ist: Ich war sechzehn Jahre alt, Schüler in einer Moskauer Schule. Eines Tages erschien der Lehrer für russische Literatur in der Klasse und erklärte uns, daß wir beginnen würden, Aufsätze zu schreiben. Er brachte uns ein kleines Buch mit Hunderten von russischen Sprichwörtern. Jeder Schüler sollte sich ein beliebiges Sprichwort wählen und über dieses Thema seinen ersten Aufsatz schreiben. Ich wählte mir das Sprichwort: „Terpenie i trud wsjo peretrud" (Geduld und Arbeit werden alles überwinden). Und das Symbol von Geduld, Leiden und Arbeit hat mich bis zum heutigen Abend begleitet. Wer kennt meine Leiden im Laufe von 52 Jahren? Aber diese Leiden, die mehr von innen als von außen kamen, haben mich nie aus Eurer Mitte vertrieben (deutet auf die Arbeiter hin) und aus der Umgebung meiner Kameraden. Es ist einmal in der Zeitschrift meines geschätzten Freundes Berl Katzenelson ein ganz grober Artikel gegen mich erschienen. Man brachte mir diesen Artikel, ich las ihn und erklärte: „Der Verfasser des Artikels irrt sich, wenn er glaubt, daß er mir dadurch meine Liebe zur Arbeiterschaft nehmen könne/4 Das war meine Antwort. Und ich könnte von Dutzenden solcher Fälle, von Leiden für die Arbeit des Volkes erzählen. Der Größte des jüdischen Volkes, Mosche Rabenu, war ein Symbol dessen, was man vom Volke zu erdulden hat. Und wir müssen Verschiedenes von den Kameraden, von der Organisation und von allen erdulden und im Lager bleiben. Das ist das eine Symbol, das Symbol des Leidens. Und die zweite Sache — Arbeit. Rabbi Berlin hat von den großen politischen Anschauungen, die ich besitze, gesprochen. Mossinson hat von der Vision, von der ich durchdrungen bin, gesprochen. Dies stimmt alles. Aber ich möchte wieder eine Tatsache aus meinem Leben erwähnen: Ich war damals ein fleißiger Student. Zu gleicher Zeit fungierte ich als ehrenamtlicher Sekretär der Choveve-Zion. Wir sandten dann Redner nach allen Orten mit jüdischer Bevölkerung aus, um Geld für den Wiederaufbau Palästinas herbeizuschaffen. Es pflegten bei uns Spendenlisten einzulaufen, es war aber verboten, sie in der Presse zu veröffentlichen, wir mußten einem jeden eine besondere Quittung zuschicken. Ich pflegte diese Quittungen auszustellen. Einmal kam von einem Juden aus dem Smolensker Bezirk eine Kopeke. Und mit der gleichen Hingabe, mit der ich Quittungen über Rubel zu schreiben pflegte, habe ich auch die Quittung über eine einzelne Kopeke geschrieben, denn ich fühlte, daß auch die Kopeke das Land erlösen wird. Kleine Arbeit und große — das ist mein zweites Symbol. Und ich möchte Euch jetzt für die nächsten Tage etwas sagen. Ihr sollt Euch nicht zu viel mit den verschiedenen Programmen befassen, weil alle nichts bedeuten. Man muß sich mit Arbeit und noch einmal Arbeit und wieder mit Arbeit beschäftigen. Immer, wenn Ihr Euch mit

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