Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 128)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8535-3484685- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
128 ^. Kongreßsitzung: Wahl des Präsidiums waren bemüht, diese Diskussion zu vermeiden. Sie stimmen mit dem Misrachi darin überein, daß jede Partei im Präsidium vertreten sein sollte, glauben aber nicht, daß es im Interesse des Friedens liegt, über prinzipielle Fragen abzustimmen. Durch die Nominierung der einzelnen Personen soll faktisch der Beweis erbracht werden, daß jede Partei im Präsidium vertreten sein muß. Ich beantrage, zur Nominierung der Kandidaten überzugehen. RABBI MEIR BERLIN (Misr., Amerika — spricht hebräisch): Wir müssen Herrn Remes dankbar dafür sein, daß er deutlich gesprochen hat. Wir wissen, daß wir uns auf diesem Kongresse nicht in einem Zustand des Friedens befinden. Aber es gibt neben dem Frieden noch etwas und das ist die Einheitlichkeit der zionistischen Bewegung. Wenn hier von einer Seite verlangt wird, daß irgend eine Gruppe nicht im Präsidium vertreten sei, so ist dies für die Einheit der Bewegung gefährlich. Ich muß es sehr bedauern, daß nicht wie bisher auf den 17 Kongressen das Aktionskomitee, sondern das Plenum in Sachen des Präsidiums zu entscheiden hat. Wenn die prinzipielle Frage geklärt ist, dann steht es jedem frei, für oder gegen jemanden zu stimmen. Aber diese Frage muß geklärt sein. Hier ist kein Platz für Drohungen, von welcher Seite immer. Der ganze Kongreß muß sich für Goldberg oder für Remes entscheiden. Ich muß mich aufs entschiedenste dagegen wenden, daß man hier mit einem bloßen Verdacht beschuldigt. Solange die Frage der Schuld nicht geklärt ist, hat der Kongreß nicht das Recht, darüber zu urteilen (Stürmischer Beifall bei den Revisionisten). Ich beharre namens meiner Partei auf dem Antrag, vor der Wahl über die prinzipielle Frage abzustimmen. Dr. EMIL SCHMORAK (Allz., A.C.) schlägt zur Klärung der Situation vor, die Abstimmung auf den Nachmittag zu vertagen (Allgermeiner Widerspruch). MEIR GROSSMANN erklärt sich gegen die Vertagung der Sitzung. VORS. PRÄS. SOKOLOW ordnet (um 13 Uhr 30 Min.) eine Pause von zehn Minuten an. (Nach kurzer Unterbrechung:) ABRAHAM GOLDBERG (Allg., Amerika — spricht jüdisch): Ich habe die Ehre, namens der Allgemeinen Zionisten folgenden Antrag zu stellen: Der Kongreß ist der Ansicht, daß das Prinzip der Vertretung aller Parteien im Präsidium des Kongresses gewahrt werden soll. Dann sollen die einzelnen Parteien ihre Kandidaten nominieren und es soll über diese abgestimmt werden. VORS. PRÄS. SOKOLOW: Der Antrag der Allgemeinen Zionisten ist eigentlich nur stilistisch anders als der Antrag des Misrachi. Der Misrachi hat den Antrag gestellt, daß der Kongreß beschließt, ein Präsidium zu wählen, in das die Vertreter aller Gruppen ohne Ausnahme hineingehen. Der Antrag der Allgemeinen Zionisten besagt