Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 47)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldstein, Rufeisen 47 des cechoslovakischen Volkes und seine Verfassung uns die faktischen und rechtlichen Voraussetzungen gegeben haben, um diese unsere Bestrebungen realisieren zu können. Die Möglichkeit zu dieser Tätigkeit entspringt dem demokratischen Geiste, der im cechischen Volk stets geherrscht hat und herrscht. Die Verfassung der Cechoslovakischen Republik hat uns die Möglichkeit gegeben, uns frei zur jüdischen Nation zu bekennen, und hat damit den langjährigen Wunsch unserer nationalen Minderheit erfüllt, welche länger als 150 Jahre nicht anerkannt war. Aus all diesen Gründen können wir frei erklären, daß wir mit der Liebe zu unserem jüdischen Volke die aufrichtige Liebe zu dem Lande verbinden, in dem wir geboren sind, und zu dem Volke, in dessen Mitte wir leben. Um all dies zum Ausdruck bringen zu können und damit die Tiefe und die Ehrlichkeit aller dieser zionistischen Bestrebungen sich klar vor aller Welt manifestiere, zu alledem hat uns die Veranstaltung dieses Kongresses in unserer Mitte verholfen. Wir alle wissen, welch große Bedeutung dieser Kongreß hat; das Interesse der ganzen Oeffentlichkeit ist ihm zugewandt, und darum gebe ich dem Wunsche Ausdruck, wir mögen alle mit dem notwendigen Ernst und im vollen Bewußtsein unserer Verantwortlichkeit an die Lösung unserer großen Fragen herangehen; meiner herzlichen Begrüßung schließe ich den innigen Wunsch an, unsere verehrten Gäste mögen in unserer Mitte die Wärme unserer Gastfreundschaft verspüren; und ich wünsche schließlich, daß die Beratungen des Kongresses mit einem vollen Erfolg gekrönt werden. Schalom ubracha! (Lebhafter Beifall.) Dr. JOSEF RUFEISEN (Vors. d. Zion. Zentralverb, für die Cechoslovakei — spricht hebräisch): Geehrter Kongreß, ich habe die große Ehre, den XVIII. Zionistenkongreß am Tage seiner Eröffnung im Namen der Zionistischen Organisation in der Cechoslovakei zu begrüßen. Ich freue mich, daß der Kongreß bei uns zusammentritt. Diese Stadt Prag, die eines ihrer prächtigen Häuser dieser geehrten Versammlung zum Heim gegeben hat, war „Stadt und Mutter in Israel". In unserer Cechoslovakischen Republik gibt es viele jüdische Orte, die unserem Volke heilig sind. Die Weisen unseres Volkes,, unsere Vorfahren, errichteten in diesem Lande Eckpfeiler unserer Kultur. Um unserer Sünden willen wurde der Glanz der jüdischen Kultur in diesem Lande und in dieser Stadt verdunkelt. Jetzt können wir sehen, wie der lebendige Strom der jüdischen Volksbewegung, der sich in dieser alten Stadt der „Altnaischul" heute zusammenfindet, zum Leben wiederkehrt; wie er neuen Lebensodem in das vertrocknete Gebein haucht, das aus alter Zeit in dieser Stadt zurückgeblieben ist. Der Kongreß wird uns helfen. Inmitten der Zerstreuung unseres Volkes erstanden dem Zionismus Chaluzim, Pioniere des Volkes. Auch aus unserem Lande zogen Chaluzim aus, die unserem Volke in Erez Israel .wichtige Positionen schufen: Chefzibah, Sarid, Giwath Chajim und andere, und noch sind wir am Werk.