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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 567

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 567 (sequence 570)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--8375-3484524
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Unna, Adler, Tawiw 5*7 Daiches über die "Wiederherstellung des Opferdienstes sehr aufmerksam gelesen habe, aber nicht überzeugt wurde. Was den Waad Leumi betrifft, so bin ich natürlich dafür, daß er stark werden soll, aber wenn eine Äußerung gegenüber dem Völkerbund erfolgt, dann soll das jüdische Volk nur mit einer Stimme sprechen. Über den „Tausend-Familien-Plan" wird Herr Dr. Hexter ausführlich sprechen. Dem Redner, der gesagt hat, daß Wilson niemals seine Stimme zugunsten der Juden erhoben hat, muß ich erwidern, daß der Präsident sich öfter für die Juden in Rußland, Bulgarien und Rumänien ausgesprochen hat. Bei der Friedenskonferenz in Paris im Jahre 1919 war er ein konsequenter Verfechter der Minoritätenrechte. ABRAHAM TAWIW (Erez Israel — spricht hebräisch): Ich will diesmal nicht über die Angelegenheiten der Jemeniten sprechen, denn ihre schlechte Lage ist hinreichend bekannt, sowohl in Palästina als auch in der Galuth, und es wurde darüber in der letzten Woche im Plenum des Zionistenkongresses und in seinen Kommissionen hinreichend verhandelt. Aber als palästinensischer Delegierter halte ich mich verpflichtet, einige Worte über die allgemeine Situation an Sie zu richten. Mit Recht verlangten einige meiner Vorredner, daß nicht mehr über Politik, sondern mehr über den Aufbau des Landes gesprochen werden solle. Dies ist meiner Überzeugung nach die richtigste und gesündeste Kritik. Vor zwei Jahren wurde hier feierlich die Vereinigung aller Kräfte im Judentum verkündet. Jedes jüdische Herz schlug höher in nie dagewesener Begeisterung, denn es sah die Auferstehung des Landes vor sich, sah Jerusalem erbaut aus Edelsteinen und Perlen, wie es die Propheten verkündet. In diesem Moment, da wir in den höchsten Sphären freudetrunken schwebten, geschah das Unglück. Der ganze Jischuw in Palästina stand in drohender Gefahr, wie ein Sturm kamen über uns die Pogrome von Hebron, Moza und Safed, die Zerstörung von Beer Tuiwia und Hulda. Wir trösteten uns mit der Erinnerung, daß auch am Tage, da das Stiftszelt errichtet wurde, Nadab und Awiahu starben. Die Worte unseres Führers, daß an Stelle jedes Ermordeten Tausende kommen würden, richteten uns auf. Wir glaubten wieder, wir wichen nicht zurück, sondern standen felsenfest in den Schützengräben unserer Front. Denn wir glaubten, daß die 17 Millionen des jüdischen Volkes hinter uns stünden. Da kam aber die Wirklichkeit und schlug uns ins Gesicht. Nach den Unruhen kamen schwere Zeiten über den Jischuw. Schlag auf Schlag der Niedergang unserer politischen Arbeit, das englische Volk wandte sich von uns ab und gab uns Shaw-Kommission, Simpson, das Weißbuch usw. Aber der schwerste Schlag war, daß das Judentum all das mit Schreck und Verwirrung aufnahm und sich nicht aufraffte zur Überwindung der Schwierigkeiten. Und statt Volk und Land mit geistigen und materiellen Kräften zu unterstützen, ergriff das jüdische Volk vor seinen Gegnern die Flucht. Statt kühn dem Feind entgegenzutreten und ihn in die Flucht zu schlagen, begannen wir, einander mit Steinen zu bewerfen und die Front in Stich zu lassen. Zwrar schuf der Hilfsfonds gewisse Hilfe, aber nach kurzer Zeit wurde es still. Das Judentum verfiel in tiefe Verzweiflung, das Galuth vergaß, daß das Opfer seinetwegen gebracht worden war. Schon zwei Jahre liegt Hebron, die Stadt unserer Väter, in Trümmern, ist Moza verlassen, die zerstörten Kolonien wüst. Die Öffentlichkeit kritisiert die

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