Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 562 (sequence 565)
- Language
- German, English, Hebrew
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562 j. Council-Sitzung: Generaldebatte sere Politik gebaut sein muß (Beifall). Wenn Sie sich an die Briefe erinnern, die die konservativen Führer während des Streites geschrieben haben, so finden Sie, daß darin fast dasselbe gesagt ist. Ich hoffe, daß es dem Council gelingen wird, eine Politik festzulegen, die sich in dieser Linie bewegen wird. Worauf es uns in diesen schweren Zeiten ankommt, ist der Friede im Lande. Friede in Palästina wird uns Verständnis bei der öffentlichen Meinung der "Welt bringen. Wenn ich den Völkerbund als Verkörperung der öffentlichen Meinung, die für uns in Betracht kommt, anführe, so glaube ich: Sympathie und Verständnis beim Völkerbund sind die eine unbedingte Grundlage, die zweite ist der Frieden im Lande und die dritte das volle Verständnis für unsere Bestrebungen in der öffentlichen Meinung Englands. Diese drei Dinge sind unbedingt erforderlich, um eine ruhige Arbeit in Palästina weiterzuführen. Das soll uns ermöglichen, soviel Menschen in das Land zu bringen, wie es aufnehmen kann, ohne die Interessen anderer zu stören, soviel Land zu kaufen, ohne das Land anderer zu nehmen, und so viel Dinge in diesem Lande zu schaffen, als wir imstande sind hervorzubringen. Das ist ein lebendiger Rahmen für unsere Arbeit. Was daraus kommen wird „in the fulJness of time'", am Ende der Tage, das ist weder für den Council, noch für eine menschliche Versammlung überhaupt abzusehen. Was wir tun können, ist, unsere Kräfte innerhalb dieses Rahmens aufs äußerste anzustrengen. Wir brauchen Verständnis der Welt und wir werden sie in diesem Rahmen immer finden. Mit diesen Worten scheide ich von Ihnen, indem ich Ihnen fruchtbare Arbeit wünsche. Sichern Sie uns so viel Arbeit in Palästina, als das Judentum leisten kann, soviel Vernunft in Palästina, als das Judentum aufbringen kann, sichern Sie uns soviel Frieden in Palästina, als das Land braucht. Dann habe ich keine Zweifel, daß wir unser Ziel erreichen werden. Und wenn der künftige Geschichtsschreiber diese Epoche bewerten wird, wird er sagen: Es war eine schwere Zeit, und auf die Schultern einer Generation ist eine sehr schwere Arbeit gefallen, aber sie hat ihr Bestes versucht unter schwierigen Umständen (Stürmischer Beifall). LEONLEVITE (Zionist, Polen — spricht deutsch): Wir haben zwei schicksalsschwere Jahre durchgemacht, aber wir dürfen uns nicht damit beruhigen zu sagen, daß es schwere Jahre waren. Wir müssen uns selbst zugestehen, daß die Hoffnungen, welche wir in Zürich gehabt haben, vergeblich waren, und daß die Erwartungen, die wir der Erweiterten Jewish Agency gegenüber gehegt haben, nicht in Erfüllung gegangen sind. Ich spreche nicht bloß von der Geldaufbringung. Wir haben gehofft, daß es unseren Führern in Amerika in erster Reihe gelingen wird, starke Persönlichkeiten für unsere Sache zu gewinnen, und wir müssen mit Bedauern feststellen, daß dies auch in kleinerem Maßstabe nicht gelungen ist. Nun haben wir es leider auch mit der Demission der zentralen Figur Felix Warburgs zu tun. Diese Demission ist umso mehr zu bedauern, als wir die Leistungen dieses Mannes für unser Werk ganz besonders zu schätzen wissen. Die Hilfe, die sich Herr Jefroykin von der Demokratisierung für unsere Sache verspricht, ist sehr anzuzweif eln. Ich habe das große Bedenken, daß wir damit nur die „oberen Zehntausend" von ihrer Pflicht uns gegenüber befreien werden. Ich kenne auch das Projekt des Herrn Sprinzak. Gewiß muß auch die Demokratisierung versucht werden, aber sie kann nicht das Alleinheilmittel sein und sie soll