Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 483)
- Language
- German, English, Hebrew
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48o füllt, fordert der Kongreß, daß ein Prozent des landwirtschaftlichen Budgets des nächsten Jahres (durch Küizung aller Posten) für die Erschließung neuer Märkte durch »Tenuwah« zur Verfügung gestellt wird. Die Auszahlung dieser Summe soll gleichzeitig mit den Zahlungen an die Siedlungen erfolgen, nachdem die Exekutive die Zwecke, für die sie verwendet werden soll, geprüft und gutgeheißen hat. 24. PARFUMFABRIKEN. Der Kongreß begrüßt die Initiative, welche von der P.I.C.A. zur Errichtung von Parfumfabriken in Palästina ergriffen wurde, und sieht in diesem Schritt eine wichtige- Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe in Palästina. IL Städtische Kolonisation. 25. INDUSTRIE. 1. Angesichts der Erfolge der Industrie und ihrer Bedeutung als wichtiger Faktor im Aufbau des Landes fordert der Kongreß von der Jewish Agency und den nationalen Fonds, daß sie diesem Wirtschaftszweige erhöhte Aufmerksamkeit und Förderung zuteil werden lassen. 2. Zu diesem Zwecke halt der Kongreß für erforderlich: a) die Schaffung einer Industriebank; b) den Ausbau der Abteilung für Handel und Industrie bei der Exekutive; c) die Schaffung eines Wirtschaftsrates der Jewish Agency; d) die Förderung des Exportes durch Export-Prämien; e) die Gewähiung langfristiger Kredite für die Konsolidierung bestehender Fabriken; f) die Propaganda für Errichtung neuer Industriezweige in Palästina; g) die Veröffentlichung eines Aufrufes an das jüdische Volk, palästinensische industrielle und landwirtschaftliche Produkte zu kaufen. 3. Gleichzeitig soll die Regierung aufgefordert werden: a) ihre Abteilung für Handel und Industrie wieder zu eröffnen; b) ihre Zollpolitik zugunsten der Industrie zu ändern; c) für die Deckung ihres Bedarfs vor allem die inländische Industrie zu berücksichtigen. 26. HANDWERK. In Bestätigung eines vom XVI. Kongresse gefaßten Beschlusses erkennt der Kongreß die Notwendigkeit an, Mittel und Wege für die Besserung der Lage der jüdischen Handwerker in Palästina zu finden. Zu diesem Zweck soll insbesondere versucht werden, Gruppen von Handwerkern von Orten, wo sie keine Existenzmöglichkeit haben, an geeignetere Orte überzuführen. Gleichzeitig wünscht der Kongreß, daß ein Teil der für landwirtschaftliche Ansiedlung und für Hilfswirtschaften bestimmten Nationalfondsböden in der Nähe der Städte und ein Teil der für Ansiedlungszwecke bestimmten Keren Hajersod-Gelder für Handwerker verwendet werden soll, unter Berücksichtigung ihrer Gesamtorganisation, die zusammen mit der Exekutive der Jewish Agency die Siedler auswählen soll. 27. ANSIEDLUNG STÄDTISCHER ARBEITER: SCHECHUNOTH OWDIM. 1. Der Kongreß bestätigt die Beschlüsse des XV. und XVI. Kongresses betreffend' den Aufbau von Schechunoth Owdim und stellt mit großer Befriedigung den Fortschritt fest, der im Verlauf der letzten zwei Jahre im Aufbau städtischer Arbeitersiedlungen gemacht worden ist und durch den mehrere hundert jüdische Arbeiterfamilien in Schechunoth Owdim angesiedelt werden konnten. 2. Der Kongreß bedauert, daß es die finanzielle Lage der Jewish Agency nicht ermöglicht hat, den Aufbau städtischer Arbeitersiedlungen zu unterstützen, und fordert die Jewish Agency auf, Mittel und Wege zu suchen, um in Zukunft dieser wichtigen Kolonisationsaufgabe eine stärkere Förderung angedeihen zu lassen. 3. Der Kongreß begrüßt mit besonderer Befriedigung die Gründung einer Arbeiter- Großsiedlung auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds bei Haifa und schlägt dem Nationalfonds vor, auch eine geeignete Bodenfläche für die Errichtung einer ähnlichen Großsiedlung für die Arbeiterschaft von Tel Aviv zu erwerben.