Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 444 (sequence 447)
- Language
- German, English, Hebrew
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444 Dreiundzwanzigste Kongreß-Sitzung^ Dienstag, 14. Juli 1931, nachmittags. Beginn der Sitzung 15 Uhr 30 Min. Vorsitz: Präsident Motzkin. Dr. ISAK GRÜNSTEIN (Allg., Westgalizien): Der Antrag, welchen ich hier vorbringen will, wurde in der Sitzung der Budgetkommission gestellt, jedoch irrtümlicherweise in der Kommission nicht behandelt. Diese Resolution hat keinen wie immer gearteten politischen Charakter. Sie entspricht dem Wunsche der Gesinnungsgenossen, welche um das Wohl unserer Fonds besorgt sind. Es hat sich leider ereignet, daß im politischen Kampfe das Prestige unserer Fonds oft diskreditiert worden ist. Ich verweise auf meine Ausführungen in der Besprechung über eine Notstandsaktion, wo ich besonders die Vorfälle in Bielitz (Polnisch-Schlesien) geschildert habe, die zur Genüge die Notwendigkeit meiner Resolution begründen. Darum stelle ich folgenden Antrag: Der Kongreß stellt fest, daß viele Gesinnungsgenossen im Parteikampfe die Fonds diskreditiert haben. Der Kongreß fordert die Direktorien der Fonds auf, Gesinnungsgenossen für eine gegen die Fonds gerichtete bezw. die Fonds schädigende Arbeit mit aller Rigorosität zur Verantwortung zu ziehen. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich schlage Ihnen vor, diese Resolution dem A.C. zur Behandlung zu überweisen. Dr. ISAK GRÜNSTEIN: Ich bin damit einverstanden. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Da der Kongreß keinen Widerspruch erhebt, wird die Resolution dem A.C. übergeben. Da der Referent der Politischen Kommission, welche nun berichten soll, nicht im Saale ist, wird die Sitzung unterbrochen. Um 16 Uhr 15 Min. wird die Sitzimg wieder eröffnet. VORS. PRÄS. MOTZKIN (verliest ein von der Organisation „Jeunesse Sioniste de France" an das KongreßPräsidium gerichtetes Telegramm, das gegen die vom Kongreß angenommene Endziel-Resolution protestiert, da diese auf eine jüdische Mehrheit in Palästina verzichte): Ich bemerke dazu, daß der Zionistenkongreß keinen Beschluß gefaßt hat, der im Sinne einer Verhinderung eines umfassenden Nationalheims mit einer jüdischen Massensiedlung gedeutet werden könnte und die Hintanhaltung des Entstehens einer jüdischen Mehrheit sanktionieren würde. Darum spricht der Beschluß von einer ununterbrochenen jüdischen Einwanderung,