Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 418)
- Language
- German, English, Hebrew
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4i 5 Einundzwanzigste Kongreß-Sitzung* Montag, 13. Juli 1931, nachts. Beginn der Sitzung 22 Uhr 45 Min. Vorsitz: Präsident Motzkin. SAMMY GRONEMANN (Vorsitzender des Kongreßgerichtes): Namens des Ehrengerichtes der Zionistischen Organisation habe ich folgendes Urteil zur Kenntnis zu bringen: „Dem Gesinnungsgenossen Fernand Lang wird wegen des Herunterreißens der zionistischen Fahne im Kongreßsaal am 12. Juli 1931 ein Verweis erteilt. Es wird ihm ferner bis 1. Dezember 1931 die Fähigkeit zur Bekleidung eines Ehrenamtes oder einer Funktion in der Zionistischen Organisation aberkannt. Er hat die Kosten des Verfahrens zu tragen, und es wird die Verlesung des Urteils von der Kongreßtribüne angeordnet. Das Verfahren war ein offizielles auf Antrag des Kongreßpräsidiums. Das Gericht bestand aus den Richtern: Gronemann, Machover, Silberschein." BERICHT DER BUDGETKOMMISSION. VORSITZENDER DER BUDGETKOMMISSION ELIAHU BERLIGNE (Waad Leumi — spricht hebräisch): Wir haben uns im Laufe mehrerer Tage bemüht, mit Hilfe des reduzierten Budgets wenigstens die Fortführung der bestehenden Arbeiten zu sichern. Leider ist es uns aber nicht gelungen. Wir können nicht behaupten, daß man mit diesem reduzierten Budget die Arbeit in Erez Israel fortsetzen kann, ohne wichtigste Werke einzustellen und ohne unserer ganzen Arbeit Schaden zuzufügen. Es bestanden zwei Ansichten in Bezug auf die Festsetzung des Budgets. Einige waren der Ansicht, man solle das Budget streng nach den Einnahmen festsetzen, auch wenn dies zur Gefährdung des Werkes führe. Wir dürften uns nicht von vornherein in Defizite stürzen. Verschiedene Gesinnungsgenossen aus Amerika und auch andere waren sogar der Ansicht, man solle das gesamte Budget als provisorischen Vorschlag betrachten und der Exekutive freie Hand lassen, das Budget jeden Monat nach den Einnahmen festzusetzen. Wie diese Leute sich die Ausführung irgendeiner Arbeit vorstellen, das können nur sie allein wissen. Wrir verstehen alle, daß eine große Anstrengung aller Kräfte erforderlich ist, um die Mittel für die Fortsetzung unserer Arbeit aufzubringen. Wir können aber nicht begreifen, wie man auf der einen Seite die Schulen schließen, die Einwanderung einstellen und Leute aus den bestehenden Siedlungen entfernen will und gleichzeitig Geld verlangen kann. Wofür soll man uns Geld geben? Selbstverständlich muß das Budget mit der allergrößten Vorsicht festgesetzt werden. Damit aber die Möglichkeit besteht, Geldmittel für die Fortsetzung der Arbeit zu verlangen, muß man wenigstens das Bestehende weiter erhalten.