Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 416)
- Language
- German, English, Hebrew
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Frankel, Katznelson, Kaplan, Mereminski, Arlosoroff, Weinstein 413 relle Arbeit hineinbringen, ob Sitten, wie sie jetzt in vielen Universitäten üblich sind, wo man jeden Professor daraufhin untersucht, ob er Sozialist, Patriot, Militarist oder Antimilitarist ist, auch bei uns eingeführt werden sollen. Ich glaube, daß das keine Frage der Universität und der Professoren ist, sondern eine Ehrenfrage für den Kongreß, eine Ehrenfrage für den Zionismus, die Frage der Freiheit der geistigen Atmosphäre, die den Leuten im Lande, auch wenn sie anderer politischer Ansicht sind als der größte Teil des Jischuw, solange sie nur ihre wissenschaftliche Arbeit treu leisten, ermöglicht, ihre Arbeit in aller Ehre durchzuführen. Seien Sie um die Ehre des Kongresses besorgt und verletzen Sie nicht die Ehre des jüdischen kulturellen Schaffens (Beifall bei den Arbeitern, Pfuirufe bei den Revisionisten). Der Antrag Frankel wird mit 8j gegen 74 Stimmen angenommen (Beifall bei den Revisionisten, Zwischenrufe seitens der Arbeiter). Die Arbeiter verlangen nochmalige namentliche Abstimmung. VORS. VIZEPRÄS. KAPLAN erklärt im Namen des Präsidiums, daß keine namentliche Abstimmung erfolgen kann, da die Abstimmung deutlich war und der Antrag über namentliche Abstimmung erst nach der Abstimmung gestellt wurde. ISRAEL MEREMINSKI (Arb., Erez Israel): Wir bezweifeln die Abstimmung und verlangen namentliche Abstimmung. Nach Beratung des Präsidiums teilt VORS. VIZEPRÄS. KAPLAN mit, daß das Präsidium beschlossen hat, den Antrag auf namentliche Abstimmung abzulehnen. Dr. CHAIM ARLOSOROFF (Arb., Erez Israel — spricht deutsch): Ich will im Namen der Arbeiterfraktion zu der eben erfolgten und bestätigten Abstimmung eine Erklärung abgeben: Wir betrachten diese Abstimmung als eine Kulturschande des zionistischen Kongresses (Stürmische Zwischenrufe von rechts), VORS. VIZEPRÄS. KAPLAN: Ich fordere Sie auf, den Ausdruck zurückzunehmen! Dr. CHAIM ARLOSOROFF (fortfahrend): Ich ziehe auf Ersuchen des Präsidiums den Ausdruck zurück. Wir kämpfen an allen Universitäten der Welt dafür, daß Menschen aller Gesinnungen und Juden aller Gesinnungen auch unabhängig von ihrem Jude-sein und von politischen Strömungen, Lehr- und Gedankenfreiheit zugesichert erhalten. Die Judenheit der ganzen Welt ist elementar interessiert daran, daß dieser Kampf um Lehrfreiheit und Gedankenfreiheit zugunsten unserer Forderung entschieden wird. Wir haben immer geglaubt, daß die Universität Jerusalem ein Beispiel für die Lehrfreiheit und Gedankenfreiheit hätte sein sollen. Jetzt bleibt uns nichts übrig, da wir in der Minorität geblieben sind, als zu sagen, daß wir diesen Beschluß mit Entrüstung zurückweisen. BARUCH WEINSTEIN (Rev., Erez Israel — spricht hebräisch): Ich will im Namen unserer Fraktion erklären, warum wir für den Antrag Fränkel gestimmt haben. Es ist banal, auf einem Zionistenkongreß für die Meinungsfreiheit eines jeden Lehrers und eines jeden Professors zu sprechen. Wir haben für die