Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 411)
- Language
- German, English, Hebrew
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4o8 20. Kongreß-Sitzung: Beriebt der Erziehungskommission Dr. I. ß. BERKSON (Direktor des Erziehungs-Departements der Palästina- Exekutive — spricht hebräisch): Ich will den Vorschlag der Exekutive begründen. Es ist selbstverständlich, daß kein prinzipieller Gegensatz gegen den ersten Absatz des Minderheitsantrages besteht. Wir erkennen an, daß die Erziehungsarbeit einen organischen Teil des Zionismus bildet, ebenso ist die Exekutive der Agency bereit, sich auch weiter an dem Erziehungsbudget zu beteiligen. Auch in Bezug auf Absatz 3 gibt es keine Meinungsverschiedenheiten, denn auch die Exekutive will den Einfluß des Jischuw auf die Erziehung erhöhen. Die Differenzen bestehen nur im Absatz 2. Durch den Kommissionsantrag wird die Regelung der Angelegenheit in die Länge gezogen. Die Exekutive der Agency ist aber der Ansicht, daß eine Verschiebung bei der gegenwärtigen Situation sehr unerwünscht ist. Man hat das ganze Jahr verhandelt und ist fast schon zu einem Übereinkommen gelangt. Die Exekutive der Agency akzeptiert die Hauptbedingungen, die von der Leitung des Waad Leumi gestellt wurden. Wenn iwir jetzt von einer „Fortsetzung" der Verhandlungen sprechen, so meinen wir das als Fortsetzung der Besprechungen über die Punkte, die bereits erledigt wurden. Die Exekutive steht auf dem Standpunkt, daß ein Termin bestimmt werden muß, sonst können die Verhandlungen ewig dauern. Es besteht schon ein Plan in allgemeinen Zügen, und zu seiner Durchführung haben wir ein weiteres Jahr Zeit. Die Exekutive ist nicht gegen die Vorschläge der Minderheit, sondern fürchtet nur, daß die Angelegenheit wieder aufgeschoben werden wird. Wenn Sie daher das Erziehungswerk in absehbarer Zeit dem Jischuw übergeben wollen, so nehmen Sie den Antrag der Exekutive an. BERICHTERSTATTER OSTROWSKY: Die Exekutive steht auf einem Liquidationsstandpunkt und will das Gesundheits- und Erziehungswerk von sich abwälzen. Das ist der einzige Grund, weshalb sie einen solchen Antrag stellt. Die Arbeiter sagen, daß nur finanzielle Gründe für die Übergabe des Erziehungswerkes an den Jischuw sprächen, aber der Jischuw wird auf keinen Fall mehr Geld für das Schulwesen aufbringen können als die Exekutive. Nur aus pädagogischen Gründen kann die Übergabe gerechtfertigt werden. Wir schlagen aber vor, damit noch zwei Jahre zu warten, bis die Knesseth Israel dazu imstande ist. Der Vorschlag der Kommission wird mit 72 gegen ji Stimmen angenommen. Da die Abstimmung angezweifelt wird, wird nochmals abgestimmt und der Antrag mit 92 gegen y$ Stimmen angenommen. BERICHTERSTATTER OSTROWSKY: Versehentlich wurde in der Vervielfältigung der Resolutionsanträge ein Vorschlag ausgelassen. Es handelt sich um die Erziehung der jemenitischen Kinder. Der Antrag lautet: Der Kongreß anerkennt die Berechtigung der Forderung der Jemeniten, für die Erziehung ihrer Kinder an jenen Orten zu sorgen, wo keine Schulen bestehen wie in Schiwath Zion, Machneh Jehudah u. a. Der Kongreß fordert die Exekutive auf, diesen gerechten Wunsch im Rahmen des Budgets zu erfüllen. Dieser Vorschlag der Kommission wird ohne Widerspruch angenommen. BERICHTERSTATTER OSTROWSKY verliest Antrag C betreffend das Technikum in Haifa.