Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 402)
- Language
- German, English, Hebrew
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399 Zwanzigste Kongreß-Sitzung^ Montag, 13. Juli 1931, abends. Beginn der Sitzung 18 Uhr. Vorsitz: Präsident Motzkin. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Wenn ich Sie wegen der Verzögerung der Sitzung um Entschuldigung bitte, will ich gleich hinzufügen, daß wichtige Beratungen über den Kongreß uns zurückgehalten haben. Nach zweistündiger Beratung hat das Kongreßpräsidium mich einmütig beauftragt, Ihnen folgendes zu erklären: Wir bedauern aufs tiefste die Vorfälle, die sich gestern abend hier abgespielt haben und die geeignet waren, die Rechte und die Würde des Kongresses zu beeinträchtigen. Im Interesse des Kongresses und der fruchtbaren Weiterarbeit der höchsten Instanz des Zionimus sehen wir davon ab, hier im Kongreß in Einzelheiten einzugehen, drücken aber die feste Hoffnung aus, daß der Kongreß von nun an in aller Ruhe seine Arbeiten erledigen wird. Wir erklären Ihnen im Namen des Kongreßpräsidiums, daß wir die Disziplin zu wahren mit aller Energie verstehen werden. Herr Meir Grossmann wird uns eine Deklaration verlesen. MEIR GROSSMANN (Rev., Rumänien): Ungeachtet der Anschläge, die in letzter Zeit gegen das Wesen und die Ziele des Zionismus verübt worden sind, hat die Mehrheit des Kongresses auf indirektem Wege die einzig mögliche Zielsetzung der zionistischen Bewegung als des Strebens nach einem Judenstaat auf der Grundlage einer jüdischen Mehrheit abgelehnt. Die Umstände, unter denen die Abstimmung stattfand, die Szenen, die sich im Saale abspielten, die Verletzung unserer Rechte im Kongreß gaben diesem bedauerlichen Beschluß des Kongresses symbolische Bedeutung. Schweren Herzens haben wir zum Protest gegen die Handlungsweise der Majorität in der Endzielfrage gestern den Kongreßsaal verlassen. Um jedoch die Würde der Kongreßtribüne zu wahren und den Auftrag unserer Wählerschaft zu erfüllen, kehren wir heute in den Kongreßsaal zurück und nehmen wieder an allen Arbeiten des Kongresses teil. Wir werden uns bemühen, zu retten, was sich von dem konstruktiven und staatsbildenden Zionismus noch retten läßt. Unsere Stellung innerhalb der Zionistischen Organisation und unser Verhältnis zu jenen Faktoren, die heute im Zionismus dominieren, werden wir zu einer Zeit und in einem Moment feststellen, die wir für geeignet halten. VIZEPRÄS. ELIESER KAPLAN übernimmt den Vorsitz.