Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 400)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Motzkin, Grünbaum, Arlosoroff 397 wirft; ich will nur, daß wir zeigen, daß wir den Sinnn der hier gebrauchten Worte verstehen. Wenn man sagt, daß man die wirtschaftliche, geistige und politische Not überwinden und in Erez Israel ein mit allen Merkmalen eines normalen Volkslebens ausgestattetes nationales Dasein erneuern will, so sagt man damit „Judenstaat". Das heißt in menschlicher Sprache Judenstaat und nichts anderes. Niemandem werdet Ihr hier etwas vortäuschen, und niemand wird es anders verstehen. Was heißt „normales Volksleben"? Unabhängigkeit und nichts anderes. Um dies zu unterstreichen, bitte ich den Kongreß, zu der Formulierung „in Erez Israel sein mit allen Merkmalen eines normalen Volkslebens ausgestattetes nationales Dasein*' die Worte „und staatliches Daseintc hinzufügen (Beifall). Vor diesen Worten braucht man weder vom außenpolitischen noch auch vom innenpolitischen Standpunkt aus Angst zü haben, auch nicht vom Standpunkt aus, der meint, Staat bedeute Unterdrückung. Das Wort bedeutet bloß, daß wir im Golus kein Staatsvolk sind und sein können, es aber in Erez Israel können. Keiner von Euch (zur Linken gewendet) ist nach Erez Israel zu einem anderen Zwecke gegangen, als um dem jüdischen Volke die Möglichkeit zu geben, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen, das heißt, einen jüdischen souveränen Staat zu schaffen (Beifall). Dr. CHAIM ARLOSOROFF (Arb., Erez Israel): Ich möchte zunächst feststellen, daß das Amendement Grünbaum ein persönliches des Herrn Grünbaum ist, denn seine Gruppe hat sich nicht hinter das Amendement gestellt. Zweitens mochte ich feststellen, daß Herrn Grünbaums Begründungsrede zu jenen klassischen politischen Reden gehört, wie sie von der Tribüne des Kongresses heute abend nicht hätte gehalten werden sollen, und ich versage es mir, auch nur mit einem Worte in die Auseinandersetzung darüber einzugehen. Ich beantrage die Ablehnung des Amendements Grünbaum. Bei der Abstimmung wird das Amendement Grünbaum mit 115 gegen 6c Stimmen abgelehnt. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Wir stimmen nun über die Resolution I der Kommission ab. Wer dafür ist, möge die Hand erheben. (Nach erfolgter Auszählung): Die Resolution ist mit 162 Stimmen angenommen. (Rufe: Gegenprobe!) Da für den Antrag 162 Stimmen abgegeben wurden, die Mehrheit des Kongresses, so ist er angenommen. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Bei allem-Respekt vor dem Präsidium des Kongresses muß ich jetzt den Antrag stellen, daß durch die Annahme des Kommissionsantrages die Materie als erledigt zu betrachten ist (Zwischenruf STRICKER: Für Sie! Für uns nicht! Lärm). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich verwahre mich dagegen, daß das Versprechen, nach dem Kommissionsantrag über den revisionistischen Antrag abzustimmen, nicht eingehalten werden soll (Beifall). Es liegt der Vorschlag vor, daß auf Übergang zur Tagesordnung über den Antrag der Revisionisten namentlich abgestimmt wird. t Der Antrag auf Übergang zur Tagesordnung wird mit 121 zu $j Stimmen angenommen (Stürmischer Beifall, heftige Pfuirufe).