Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 345)
- Language
- German, English, Hebrew
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342 15- Kongreß-Sitzung: Ref. über Beschleunigung d. Absorptionsfähigkeit LEON LEVITE (Allg., A.C. — spricht jüdisch) spricht gegen den Minoritätsantrag: Auf den ersten Eindruck ist der Unterschied zwischen dem Antrag: von Majorität und dem der Minorität nur gering, in Wirklichkeit ist er groß- Wir wollen eine freie Körperschaft ohne Kontrolle der Zionistischen Organisation. Unsere Erfahrung hat bewiesen, daß alle Versuche auf dem Gebiet der Privatinitiative mißlungen sind. Wenn wir jetzt einen neuen Versuch machen, sowollen wir, daß die Zionistische Organisation nicht dafür verantwortlich ist. Wir haben in dieser Beziehung genug schlimme Erfahrungen gemacht. So hat sich ein ileiter eines Informationsbüros bei der Exekutive bei dem Unternehmen „Manor" beteiligt, und die Folge davon ist, daß Menschen, die zu dem Unternehmen Geld gegeben haben, jetzt die Exekutive verantwortlich machen. Wir haben gerade in diesem Fall vorher gewarnt, doch vergeblich. Solcher Beispiele könnte ich eine ganze Reihe anführen. Und darum wollen wir diesmal eine Körperschaft schaffen, welche mit der Zionistischen Exekutive in keiner Weise identifiziert werden kann. Weiter sind wir dagegen, daß sich die Organisation in Fragen der Privatinitiative und von Kapitalsanlagen offiziell einmischt. Wir wollen nur ein Regulator der Privatinitiative sein. Wir wollen mit großer Vorsicht für Institutionen in Erez Israel agitieren nach den Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben. Wir werden nur solchen Unternehmungen unsere Zustimmung erteilen, zu denen wir das vollste Vertrauen haben, wie z. B. Pfandbriefen der Hypothekenbank oder Unternehmungen der P.I.C.A., welche bei allen Krisen gut durchgehalten hat. Es werden sich auch andere Möglichkeiten der Kapitalanlagen finden, die wir für ganz sicher halten und zu denen wir unsere Zustimmung geben können. Das ist die Rolle, die wir für die Zionistische Organisation bei der Vermittlung zwischen Kapital und Unternehmung wünschen, und darum bitte ich Sie, den Abänderungsantrag der Minorität nicht anzunehmen und für den Majoritätsantrag zu stimmen. LOUIS LIPSKY (Mitgl. d. Exek. — spricht englisch) empfiehlt dem Delegierten Brodie, seinen Antrag durch ein Amendement zu ergänzen, nach welchemdie Exekutive ermächtigt wird, in dieser Angelegenheit die Initiative zu ergreifen. ISRAEL MEREMINSKI (Arb., Erez Israel — spricht jüdisch): Es ist sicher niemand im Kongreß, der nicht einen ernsten Versuch zur Mobilisierung: der Privatinitiative für Palästina begrüßen würde. Deshalb haben wir mit großer Aufmerksamkeit die Vorschläge des Herrn Brodie angehört. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, kann man sagen, daß die Vorschläge der Kommission wichtig und ernst sind. Ansätze für eine große Arbeit sind vorhanden, und wenn man sie rationell und mit zionistischem Verantwortungsgefühl entwickeln wird, kann das sogar in kurzer Zeit zu einem wesentlichen Faktor des Palästinaaufbaus werden. Eben wegen dieser großen Möglichkeiten sind wir zu besonderer Vorsicht und Klarheit verpflichtet. 'In dieser Richtung möchte ich einige Bemerkungen machen. Erstens soll durch den Kongreß festgestellt werden, daß — dies ist wohl die Meinung des Herrn Brodie — diese Förderung der privaten Initiative nicht nur nicht gegen die nationalen Fonds gerichtet ist, sondern ihrer Entwicklung parallel gehen muß. Deshalb schlage ich vor, der erste Absatz der Resolution soll beginnen: „Gleichzeitig mit der weiteren Verstärkung des Keren Hajessod empfiehlt der Kongreß..."