Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 315)
- Language
- German, English, Hebrew
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3" Dreizehnte Kongreß-Sitzung^ Dienstag, 7. Juli 1931, abends. Beginn der Sitzung 21 Uhr 30 Min. Vorsitz: Vizepräsident Dr. Emil Margulies. LOUIS LIPSKY (Mitgl. d. Exekutive — spricht englisch): Ich will in diesem Zeitpunkt dem Konfliktstoff der Generaldebatte nichts hinzufügen, die deutlich den bei diesem Kongreß und in der Zionistischen Organisation herrschenden Zustand klargelegt hat. Alle Meinungen, das ganze Gebiet zionistischer Ideologie, Ausflüge auf Gebiete internationalen Rechtes, persönliche Bemerkungen und Streitigkeiten, alles hat Raum erhalten und ist jetzt im Protokoll des Kongresses registriert. Manche sehen in dieser bunten Diskussion Konflikt und Streit, unversöhnliche Differenz, eine Verwirrung, die zu einer Lähmung der Arbeit führen kann. Der Eindruck wird aber klarer und zeigt eine gewisse Harmonie, wenn man die richtige Perspektive gewinnt. Aus entsprechender Entfernung beginnt man die Beziehung zu den Grundlagen unserer Bewegung zu verstehen. Die zionistische Bewegung ist so alt wie die Galuth. In den Begriff der Rückkehr sind die Ideale und Hoffnungen eingegangen, die in der falschen Welt keine Verwirklichung finden konnten, in welcher das jüdische Leben verkrümmt und verbogen seine Rolle spielen mußte und in welcher das Schicksal es zu beharren zwang, trotz der Nöte ohne Ende. Das zionistische Ideal umfaßt die messianische Hoffnung, die Vision des Millenniums, den Sinn des Lebens und insbesondere der dauernden Existenz des auserwählten Volkes. Es war und ist der Inbegriff jüdischer Stärke und Inspiration, der Antrieb zum Widerstand gegen die Mächte der Umgebung. Es war die höhere und schönere Welt, in der Geist und Seele ihre Freiheit fanden. Dieses Ideal kam schließlich durch die merkwürdigen Wechselfälle der Entwicklung, in Erfüllung seines Geschicks, zur Erde herab und rang mit der Aufgabe seiner Verkörperung in den Wirklichkeiten des Lebens. Die Zionistische Organisation war ein Versuch, dem Ideal durch Klarheit und Zusammenfassung körperlichen Ausdruck zu geben und seine Verwirklichung zu versuchen. Ihr Ziel war, durch Organisation das, was bisher als Hoffnung, Inspiration, Ideal existiert hatte, in Begriffe der wirklichen Welt zu fassen. Diesen Zweck zu erfüllen, mußte die Bewegung die Waffen des Lebens gebrauchen, den Kampfplatz berücksichtigen, auf dem sie operieren mußte, die Beziehungen zu anderen Kräften erwägen, mögliche Freunde suchen, Bündnisse in der öffentlichen Meinung schließen und sich nach den Gesetzen und Konventionen richten, die in dieser Welt herrschen, um durch ihre Anstrengungen jene Welt, die zerstört war, wieder aufzubauen. Die Bewegung wurde zu einer politischen Organisation mit einer praktischen Aufgabe. Der Zionismus der höheren Sphären wurde in eine Formel politischer