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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 310

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 310 (sequence 313)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--8118-3484267
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3io 12. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte In dem Interview, von dem heute die Rede war, bat Weizmann auch gesagt^ er fühle sich wirklich müde. Müde darf ein Führer nicht werden. Als Moses im Kampf gegen Amalek die Hände sinken ließ, da verlor das Volk draußen an der Front den Kampf. Sind aus solcher Müdigkeit die Bedenken Weizmanns entstanden, wie die Diskussion über die Mehrheitsbildung auf „die Welt" wirken wird?' Für uns darf die Furcht, wie das, was wir hier sagen, auf jene wirken wird, die uns übelwollen, keine Rolle spielen. Hätten wir darauf Rücksicht genommen,, dann wäre der Zionismus nie entstanden. Die Diskussion über die jüdische Mehrheit verstehe ich nicht. Sie ist zu meinem Erstaunen nicht von revisionistischer Seite, sondern von Seiten des Präsidenten eröffnet worden. Sie könnte aktuell sein, wenn wir vor der Mehrheitsbildung, ständen und wenn Kräfte da wären, welche die Mehrheitsbildung hindern wollen. Gibt es denn aber jemanden, der praktisch nicht alles tut, um eine solche. Mehrheitsbildung herbeizuführen? Wer ist hier, der nicht größtmögliche Einwanderung fordert und alles tun will, um die Vorbedingungen dafür zu schaffen? Wozu also die Diskussion? Zur Frage der Zielsetzung möchte ich ein Wort sagen: Als das Basler Programm mit dieser Formel, die uns heilig ist, geschaffen wurde, hat sie uns entflammt. Diese Formulierung ist in das Mandat aufgenommen worden. Wenn Sie diese Diskussion wieder anschneiden, so folgt daraus, daß wir zugeben, daß es. etwas gibt, das noch über das hinausgeht, was wir nationale Heimstätte nennen,, und daß das, wofür wir kämpfen, durch die Mandatskommission noch nicht genehmigt worden ist, während wir feststellen sollten, daß National home das höchste einschließt, was wir Zionisten erstreben, und daß wir hiefür die Unterschrift von Mandatar und Völkerbund haben. Wir müssen zunächst anfangen, uns selbst ernst zu nehmen. Als John Hope Simpson im Lande war und die Arbeitersiedlungen besuchte, da fragte er auch, nach der Stellung zur Religion. Nach dieser Unterredung, in welcher sich die Arbeiter möglichst areligiös aufführten, sagte Simpson enttäuscht: „Ich bin ein besserer Zionist als Ihr." Das sollte uns zu denken geben. Ein anderes Beispiel: Als- Snell in London referierte, da leitete er seine Diskussionsrede mit einer Vorlesung, eines Kapitels aus der Bibel über die Rückkehr der Juden unter Esra und Nehemia aus dem Golus ein. Sie sehen, in welcher Weise die Engländer ihre Liebe zum Zionismus aus den Worten der Bibel schöpfen. Bisher hatten wir in Fragen der Erziehung auch mit jenen, welche nicht einer Meinung mit uns sind, eine Verständigungsmöglichkeit, denn wir sind ja alle aus denselben jüdischen Erziehungsanstalten hervorgegangen. Diese Voraussetzung aber droht durch die Art, wie Sie (zur Linken) Ihre Kinder in Ihren Schulen zum Judentum erziehen, zu verschwinden. Und ebenso ist die Art und Weise, wie die Jugend im Brith Trumpeidor erzogen wird, nicht geeignet, zu erhalten, woraus wir unsere Kraft geschöpft haben, Juden und Zionisten zu sein. Hier wird allesin äußere Formen aufgelöst, alles veräußerlicht, nicht, wie wir es wollen, verinnerlicht- Wir stehen vor der Tagung der Agency. In wenigen Tagen sollen wir uns. zusammenfinden, um gegenüber den Nichtzionisten unsere Weltanschauung zu vertreten. Ist es möglich, in diesem Hause eine einheitliche Front der Zionisten zu finden? Es hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, daß die Agency deshalb nicht weitergekommen ist, weil ihr die Beziehung zum Volke fehlt. Aber ebenso kann

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