Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 297

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 297 (sequence 300)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476288--8105-3484254
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Pacifici, Berger, Awissar 297 gibt es einen großen Teil seines Budgets für die hebräische Erziehung seiner Kinder her. Wir fühlen, wie sehr die praktische Aufbauarbeit in Erez Israel und die organisatorische zionistische Arbeit unter dem jüdischen Volke ihre Grundlagen und Wurzeln in der hebräischen Sprache und Kultur hatten. Wir möchten daran erinnern, daß auf dem Züricher Kongreß ein Beschluß gefaßt wurde, daß bei der Exekutive ein Departement für das hebräische Kulturwesen in der ganzen Welt errichtet werden soll. Ohne hebräische Kultur und ohne nationale Renaissance ist der Zionismus auf Sand gebaut. Wir erleben große Schwierigkeiten in unserer Arbeit in der Zionistischen Organisation. Es wird Aufgabe des Kongresses sein, Wege und Mittel zu finden, um eine große Koalition zu schaffen zur Fortsetzung unserer Arbeit unter den schwersten Verhältnissen. Ich hatte die Ehre, bei den ersten Kongressen, als noch Herzl am Leben war, anwesend zu sein. Vom 6. Kongreß sind wir ganz niedergeschlagen weggegangen. Aber wir haben später eine einheitliche Zionistische Organisation geschaffen. Diese einheitliche Organisation hat uns die Möglichkeit gegeben, die Krise zu überwinden. Heute finden wir uns im Zionismus in einer weit besseren Lage. Wir haben einen Jischuw in Erez Israel, der sich selbst erhält. Wir haben große Institutionen. Wenn wir auf dem Kongreß eine Grundlage zu unserer Vereinigung schaffen, so werden wir aus der Krise gestärkt hervorgehen und unsere Arbeit für die Verwirklichung des zionistischen Ideals fortsetzen können (Beifall). Dr. GEORG HERLITZ (Präsidialsekretär) verliest geschäftliche Mitteilungen. DAVID AWISSAR (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Wir müssen von allen Schlägen erzählen, die wir in den letzten zwei Jahren in Erez Israel erlitten haben. Ich will von dieser Kongreßtribüne vor der ganzen jüdischen Welt über den Schlag von Hebron sprechen. Die Regierung hat den jüdischen Jischuw in Hebron ganz entwurzelt. Alle unsere Bemühungen bei der Regierung mit Hilfe der Jewish Agency, den jüdischen Jischuw in Hebron wiederzuerrichten, waren ohne Erfolg. Die Hebroner Juden fanden aber kein Gehör, nicht nur bei der Regierung, sondern auch bei dem Emergency-Fonds. Vor zwei Jahren hat der Emergency-Fonds eine Summe von 50-000 Pfund für die Wiedererrichtung des jüdischen Jischuw in Hebron bewilligt. Er will aber jetzt nur eine Summe von 10.000 Pfund hergeben. Das reicht nicht aus. Und die Vertrauensmänner des Emergency- Fonds und ihr Vertreter in Erez Israel, Dr. Hexter, haben die große nationale Gefahr nicht begriffen, die hier droht. Man schmälert dadurch die Grenzen von Erez Israel, statt „von Dan bis Beer Seba" reicht das Land nur von Safed bis Jerusalem. Südlich von Jerusalem befindet sich keine jüdische Seele mehr. Vor zwei Monaten sind 20 Familien auf eigene Faust nach Hebron zurückgegangen. Die Verantwortung für den Jischuw in Hebron lastet aber auf dem Kongreß, der Agency, dem Keren Haesra und dem gesamten Weltjudentum. Im Namen des Komitees der Hebroner Juden verlange ich, daß man den Keren Haesra bewegt, den Beschluß der Assefath Haniwcharim auszuführen und den jüdischen Jischuw in Hebron wieder zu errichten. Man fragt, womit sich die Juden in Hebron erhalten werden. Ich stamme aus Hebron; ich weiß, daß es dort während meiner Jugend 300 Familien gab, die von Handwerk, Handel usw. lebten. Wir bitten, daß man jetzt wenigstens

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.