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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 289

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 289 (sequence 292)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--8097-3484246
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Stricker 289 Personen im Zeitraum von zehn Jahren angesiedelt. Der jährliche Überschuß der arabischen Bevölkerungsvermehrung über die jüdische beträgt in Palästina derzeit zirka 12.000 Seelen. Das heißt, wir haben in zehn Jahren das geleistet, was die arabischen Mütter in sieben Monaten zustandebringen (Beifall, Heiterkeit). Aber man hat diese 7556 Seelen nicht einmal in der Weise angesiedelt, daß sie wirklich fest sitzen, sich selbst erhalten können. Sie müssen unterstützt werden. Das ist nicht der wahre Ausdruck jüdischer Volkskraft. In Palästina ist eine Industrie entstanden, die 12.000 Arbeiter beschäftigt. Sie ernährt sie ganz. Man kann sagen, daß heute direkt und indirekt ein Drittel der Bevölkerung von Industrie und Gewerbe lebt. Dieses schöne "Werk ist zustande gekommen wohl mit der Kraft des jüdischen Arbeiters, aber durch die Initiative jener Faktoren, für welche die Zionistische Organisation und insbesondere ihr Präsident Weizmann nie ein Restchen Anerkennung und Sympathie übrig gehabt hat. Man hat zur Förderung von Industrie, Handel und Gewerbe im zionistischen Budget einen Posten von 800 Pfund ausgeworfen, also etwa die Hälfte dessen, was mancher Funktionär der Zionistischen Organisation als Gehalt bekommt. Man muß dem jüdischen Volke Rechenschaft darüber ablegen, wie man sein Geld verwendet hat. Herr Rosenblüth ist dagegen, daß man unsere Beamten pauperisiert. Sie hätten sich nicht zu genieren brauchen und ruhig sagen können, ich, Stricker, wolle unsere Beamten pauperisieren, denn ich bin der Träger jener Bewegung, die eine Regelung des Gehaltwesens verlangt. Aber ich habe nie verlangt, daß man pauperisieren soll. Ich sehe nur nicht ein, daß, wenn ein Arbeiter in Palästina mit 6 bis 7 Pfund auskommen muß, ein Funktionär der Organisation das Zehn- und Zwanzigfache bekommen muß. In einem Wiener kommunistischen Organ ist ein Artikel erschienen mit dem Titel: Die Bonzen fressen uns auf. Da wird berichtet, daß Osterreich neun Minister hat und jeder von ihnen 51 Pfund Monatsgehalt bekommt. Wir haben, glaube ich, 11 bis 13 Minister und ihr Gehalt war bis vor kurzem 80 Pfund im Monat. O, ich bin ein ordinärer Mensch, weil ich das hier erzähle. Ein Gentleman tut das nicht! Ich will Ihnen etwas sagen: Gentleman bin ich aus meiner Tasche und nie aus der Tasche des jüdischen Volkes! Einer Frage wird hier dauernd ausgewichen: Der Frage der neuen Leitung. Man hat sich geholfen, indem man einen zweiten Angeklagten geschaffen hat, die Revisionisten. An allem Übel sind die Revisionisten schuld. Ich muß da fragen: Wer hat denn die Geschäfte geführt? Die Herren da oben, nicht die Revisionisten! Und wo sind die Erfolge, die die Herren da oben gebracht haben? Haben wir Revisionisten die jetzige unglückliche politische Situation herbeigeführt? Haben wir den finanziellen, ich will ein mildes Wort sagen, Zusammenbruch herbeigeführt? Verantwortlich ist in erster Linie der Mann, der an der Spitze steht. Präsident Weizmann hätte nach seiner Rede gegen den Judenstaat, die er in Berlin gehalten hat, gehen müssen. Es wundert mich, daß ich jetzt keine Zwischenrufe zu hören bekommen habe. Motzkin hat gestern erzählt: Als Herzl seinen Judenstaat geschrieben hatte, hätten seine Freunde geweint und gesagt, Herzl sei verrückt geworden. Wenn jetzt ein Zionist das Wort Judenstaat sagt, dann weinen die Zionisten und schreien: Er ist verrückt geworden. Weizmann hat das Ziel verleugnet. Und gestern hat ein Sprecher seiner Majorität, Arlosoroff, hier erklärt, es sei ein Wahnsinn, vom Ziel zu sprechen. Derselbe Arlosoroff hat einige Stunden vorher ein Referat gehalten, in welchem er für eine große Anleihe plä- 19

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