Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 266)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow lied" des Bundes mit Erez Israel, fiel er tot auf den Höhen Israels. In Liebe wird das jüdische Volk dieses herrlichen Menschen gedenken. Alfred Mond kam aus einer anderen Welt zu uns, wußte nichts von unserem Volke. Er war ein Fürst in der Welt der Industrie und des Handels. Großbritannien und die Welt haben verstanden, den Wert dieses Mannes der Tat zu würdigen. Er stieg von Sproße zu Sproße; kein Ehrentitel, den er nicht erhielt. Und dann kam das Wunder, unser Wunder. Der zionistische Funke flammte in ihm auf, der atavistische Funke, der auch nicht durch chemische Analyse dieses Chemikers selbst entdeckt werden konnte. In Lord Melchett sehen wir die Erfüllung des Herzlichen Wortes: Der Zionismus ist die Rückkehr zum Judentum. Den prophetischen Geist, der über Herzl ruhte, konnten wir an Melchett sehen. Er kam zu uns nicht unter fremdem Einfluß, sondern aus sich selbst heraus, erfüllt vom nationalen Gedanken, und wurde begeisterter Zionist. Er war zuweilen so radikal, daß er die Radikalsten unter uns für gemäßigt hielt. Er sagte der englischen Regierung scharfe und strenge Worte. Er redete machtvoll und ruhig zu Staatslenkern und zum Volke, er kannte keine Furcht. In seiner ganzen Gestalt steht er vor uns als genialer Jude und Zionist in Wort und Tat. Er gab mit offener Hand für Erez Israel. Wir bewunderten ihn, wie er für unser Ideal glühte, wie er alles tat, um auch den Geringsten für unseren Zionismus zu gewinnen- Standen die Sachen mißlich, so richteten sich alle Augen auf ihn, wrie auf den Steuermann im Sturm. Er war durch und durch palästinensisch-zionistisch, und wie ich bereits vorhin gesagt habe, konnte niemand ausgesprochener und extremistischer sein als er. Aber er war ein zu vielseitiger Charakter, und seine Botschaft war zu weitreichend, als daß er in den Schranken einer einzigen Fraktion im Zionismus festgehalten werden dürfte. Er gehört dem ganzen Zionismus. Sein Tod war ein großer, unersetzbarer Verlust. Kraft, Begeisterung, Liebe, Vollkommenheit, inneres Gleichgewicht hat er uns gespendet und hinterlassen. Sein Andenken sei gesegnet! Wir gedenken in großer Liebe Nathan und Lina Straus, der großen Wohltäter. Ich sah ihn in seinem Hause in New York — einen müden Greis, ich sah ihn in Jerusalem — einen glücklichen Menschen. Er war glücklich, er sah den Dank für sein Werk. Was er tat, tat er mit Freuden. Die Quintessenz all seiner Gespräche in Erez Israel war der Zionismus. Nur der felsenfeste Glaube an die Richtigkeit der von ihm vertretenen Sache konnte ihn anregen. Er war schlicht und überzeugt, ein verständnisvoller Philantrop, ein Freund und ein Helfer der Menschen. Er hat das Ende eines tatenreichen Lebens erreicht. An seine Stelle ist die Erinnerung getreten, die sich mehr und mehr verklärt, in der wir Trost und Ruhe finden, die uns ein Ersatz für den Verlorenen geworden ist. Die Hinterbliebenen werden sicherlich das heilige Vermächtnis und die Tradition der Wohltätigkeit fortsetzen. Wir gedenken liebevoll unseres Kollegen Dr. Leon Reich aus Lemberg. Sie kennen seine Hingabe für unsere Sache. Wir kennen ihn nicht nur aus den Kongressen, sondern auch aus seiner Arbeitsstätte in Galizien. Er stand dort an der Spitze unserer Arbeit. Was dort an Zionistischem geschaffen wurde, wurde immer zusammen mit ihm getan. Er hat sich auch tatkräftig und zu allen Opfern bereit, als Parlamentsmitglied Polens, mit der Verteidigung der jüdischen Interessen befaßt. In dem leider so früh aus dem Leben Geschiedenen verlor unser Zionismus einen edlen und vornehmen Menschen, einen treuen und stets tatbereiten