Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 237)
- Language
- German, English, Hebrew
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234 ^. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte kultureller und in organisatorischer Hinsicht besteht. Es genügt wohl ein Wort anzuführen, das nicht von uns stammt, sondern von der führenden arabischen Zeitung „Feiestin": es gehe nicht an, daß weiterhin Leiter von arabischen Zeitungen Analphabeten seien. Dies kennzeichnet ein wenig einen Unterschied, der gar nicht ein Wertunterschied sein soll und zu sein braucht. Eine zweite Feststellung: Die Araber, mit denen wir es zu tun haben, sind stark gespalten. Wir würden es begrüßen, wenn wir einer geschlossenen Repräsentanz der Araber gegenüberstünden, mit denen wir kooperieren und verhandeln könnten, ohne der Möglichkeit ausgesetzt zu sein, daß wir mit einer Gruppe ein Abkommen treffen, die dann nachher von einer neu ans Ruder gekommenen Effendifamilie desavouiert wird. Es gibt eine einheitliche Anschauung der Araber nicht einmal in der Frage des Zusammenschlusses der arabischen Länder, dem der größte Teil der arabischen Kreise und der arabischen Presse trotz der Bemühungen führender Kreise des arabisch-syrischen Komitees ablehnend gegenübersteht. In den weitesten Kreisen des Zionismus, nicht nur auf der Linken und im Zentrum, sondern auch bis weit in die Rechte hinein besteht Übereinstimmung darüber, daß es notwendig ist, Verbindungen zwischen Juden und Arabern zu schaffen durch persönliche Beziehung, durch gegenseitiges Kennenlernen von Sprache und Kultur. Eine andere Frage aber ist, wie dazu die Stellung derjenigen Macht ist, die entscheidend für die Versöhnung der beiden Teile Palästinas mitzuwirken hat. Leider stehen wir da manchmal einem Standpunkt gegenüber, der, wenn er auch alt ist, deshalb nicht besser ist. Es ist die Devise des „divide et imperarc, die in weiten Kreisen der palästinensischen Beamtenschaft befolgt wird. Demgegenüber legen wir Wert darauf festzustellen, daß es im wohlverstandenen Interesse aller drei Teile, der Araber, der Juden und Englands ist, genau die entgegengesetzte Politik zu treiben, die auch von weitsichtigen Kreisen Englands immer mehr gefordert und gefördert wird: die Politik der wachsenden Kooperation beider Bevölkerungsteile im Interesse der Entwicklung des Landes. Weite Kreise der arabischen Bevölkerung, die die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes durch die jüdische Aufbauarbeit erlebt haben, würden eine solche Politik unterstützen- Wir wünschen, daß dieser Standpunkt auch von den arabischen Führern geteilt werde, aber, wie ein araberfreundlicher Engländer in der Zeitung „El-Ikdam" sagt, klagen wohl die Araber über die Notlage der Fellachen, wollen aber nicht an Verhandlungen zur Besserung dieser Notlage teilnehmen, woraus man nur den Schluß ziehen könne, daß entweder die Lage der Fellachen nicht schlecht sei oder die Führer an der Besserung der Notlage der Fellachen kein Interesse haben. Nun noch etwas zur Frage des Keren Kajemeth, das eine Anregung für seine Arbeit geben soll. Wir alle wünschen das Anwachsen des Bodenbesitzes des Keren Kajemeth und glauben erwarten zu können, daß unsere Freunde in Palästina, die selbst Besitzer von Grund und Boden im Lande sind, dem Keren Kajemeth etwas zugestehen, was für sie keine große Belastung bedeutet, für den Keren Kajemeth aber von eminenter Bedeutung sein kann: ein Kauf Vorrecht für ihren Grund und Boden. Das sichert im Moment des Verkaufes dem Keren Kajemeth die Möglichkeit, diesen Boden in jüdischen Händen zu erhalten. Schließlich eine Bemerkung zur Leitungsfrage: In weiten Kreisen beider Gruppen der Allgemeinen Zionisten ist heute die Ansicht vorherrschend, daß man der gegenwärtigen Leitung — nicht persönlich, sondern richtungsgemäß —