Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 235)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte BERL LOCKER (Arb.y Amerika — spricht jüdisch): Herr Dr. Wise hat es für richtig gefunden, eine Reihe von Angriffen an die Adresse der zionistischen Arbeiterbewegung zu richten. Ich möchte einige objektive Unrichtigkeiten feststellen: i. Dr. Wise hat uns zugerufen, your Passfield (Dr. WISE: Ich sagte: Passfield of your party). Mit demselben Rechte könnte ich Ihnen sagen: your Walker. Ich halte es nicht für sehr gentlemanlike, your Passfield zu sagen, wo doch Snell mindestens auch our Snell ist. 2. Dr. Wise hat gesagt, daß wir uns schämen müssen, weil wir versucht hätten, die deutsche Übersetzung seiner Rede hier zu verhindern. Wann und wo ist das geschehen? Dr. Wise scheint zu träumen. 3. Auf meine dritte Frage möchte ich Herrn Dr. Wise bitten, nach amerikanischem Muster sogleich zu antworten. Dr. Wise hat behauptet, daß die palästinensische Arbeiterpartei nichts gegen das Passfield'sche Weißbuch unternommen hat (Widerspruch bei den Revisionisten). Dr. Wise hat diese Behauptung in die Form einer rhetorischen Frage gekleidet. Ich bitte ihn, mir hier in aller Freundschaft zu antworten. Wenn er nicht antwortet, so ist es auch eine Antwort. Haben Sie nichts von der Protestaktion des Weltverbandes Poale Zion gehört, vom ChaÜenge-Telegramm Ben Gurions an MacDonald? Wissen Sie nicht, daß ich vor Ihnen gegen das Weißbuch protestierte, in der denkwürdigen Versammlung im Mecca-Tempel? 4- Dr. Wise, Sie haben in persönlichen Gesprächen mit mir, Sie haben hier von dieser Tribüne in einer Weise über die Whitechapel- Wahlen gesprochen, die mich zwingt, Ihnen eine Frage zu stellen. Ich glaube nicht, daß wir uns der Propaganda für den Kandidaten der Arbeiterpartei, dem wir in Whitechapel zur Wahl verholfen haben, schämen müssen. Er hat die Probe für sein Eintreten für unsere Sache schon bestanden. Aber Dr. Wise möge zwei Fragen beantworten: wollten Sie unbedingt für die Tat von Passfield die Partei von Snell bestrafen? Und die zweite Frage: haben Sie in Amerika immer für jüdische Kandidaten, die einer anderen Partei angehört haben, agitiert? (Lärm.) MORRIS MYER (Allg.} England — spricht jüdisch): Meine Frage geht nicht an den Kongreß, sondern an das Präsidium: Unser Kongreß ist das nationale Parlament des jüdischen Volkes. Ist es Praxis in irgendeinem Parlament, daß das Präsidium erlaubt, eine Regierung zu attackieren, mit der man die Beziehungen noch nicht abgebrochen hat? (Lärm.) VORS. PRÄS. MOTZKIN: Es kann sein, daß es unpraktisch oder schädlich ist, wenn Mitglieder des Kongresses gegen eine Regierung sprechen, mit der wir in Verbindung sind. Nie aber werde ich es einem Redner verbieten, denn ich habe dazu keine Möglichkeit. Das Präsidium hat Rednern gestattet, Handlungen der britischen Regierung zu verteidigen, es muß auch gestatten, daß darauf Antwort gegeben wird, selbst wenn ein Redner starke Worte gebraucht; wir schreiben das dem Umstände zu, daß er in einem Moment der höchsten Erregung des jüdischen Volkes gesprochen hat. Schluß der Sitzung 19 Uhr.