Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 229)
- Language
- German, English, Hebrew
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226 8. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Konjunktur die Zionistische Organisation, also den „Judenstaat unterwegs", zu verlassen und einen eigenen „Judenstaat unterwegs" aufzumachen. Warum soll es denn keinen ganzen jüdischen Staatenbund unterwegs geben? Die revisionistische Presse zieht Tag für Tag alles, was rein und kämpfend und heilig im Zionismus gewesen, ist, z. B. die Arbeiter und Dr. Weizmann, in den Schmutz. Hat nicht „Haam", an dem Tag, als Weizmann vom ganzen Emek, dem Emek der Arbeiterpioniere, willkommen geheißen wurde, geschrieben, es sei eine historische Begegnung gewesen, im Emek habe sich der politische Schmutz mit dem kolonisatorischen Schmutz getroffen (Starke Pfuirufe). Das ist nur ein Teil der staatsbürgerlichen Erziehung, die der Revisionismus den Bürgern des Judenstaates unterwegs angedeihen läßt. Und wenn Lichtheim von dem System der militärischen Disziplinierung als dem inneren Gesetz der zionistischen Bewegung gesprochen hat, so kann nur ein Mann, der dem Geist des lebenden Palästina von heute ganz fremd ist, so sprechen. Das heutige Palästina das sich — wie jeder von Ihnen weiß — auch zu verteidigen versteht, weiß, daß diese Verteidigung eine blutige ernste Sache arbeitender Menschen ist, die sich und ihre Familien aus ihrer Siedlung und Arbeit heraus schützen, und nicht das Militärspiel einer oberflächlich verbildeten Jugend (Lebhafter Beifall). Zu ernst sind diese Dinge, zu ernst können sie vielleicht noch in Zukunft sein, als daß wir wagen dürften, so mit ihnen zu spielen. Solange wir nicht mit diesen zerstörenden Kräften abgerechnet haben, gibt es vielleicht keinen Weg, um eine große und lebendige zionistische Bewegung wieder aufzubauen (Stürmischer Beifall, Pfuirufe bei den Revisionisten ). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich teile dem Kongreß mit, daß an der nächsten Plenarsitzung (Sonntag, 10 Uhr vormittags) Herr Albert Thomas als Gast teilnehmen wird. Am selben Tage um Uhr nachmittags findet die Gedenkfeier für die Toten der Bewegung statt. Dr- STEPHEN S. WISE (Allg., Amerika — spricht englisch): Ich spreche als Mitglied der amerikanischen Delegation, die die größte Judenheit in der Welt repräsentiert, und für einen Teil der allgemeinen Zionisten, ungefähr 60, etwa ein Viertel der Delegierten dieses Kongresses. Dr. Weizmanns Rede klang in der Hauptsache wie eine Erklärung von der englischen Regierung, meine Rede wird eine Erklärung an die englische Regierung sein. Ob es jemals notwendig sein wird, gegen England zu sprechen, kann nicht bestimmt werden, bevor wir eine Leitung haben, die zu England gesprochen hat. Das hoffnungsreichste Ereignis in den letzten zwei Jahren war eine Erklärung an England, nicht von England — das Wort der Mandatskommission das vor einem Jahre in Genf gesprochen wurde. Ich weiß nicht, wie man ein ganzes Volk beschuldigen kann, aber ungleich unserer Leitung weiß ich, wie eine Regierung angeschuldigt werden kann, und ich beschuldige die gegenwärtige Regierung von England von dieser Tribüne des jüdischen Volkes vor dem moralischen Gewissen der Welt, daß sie in schrecklicher und tragischer Weise verfehlt hat, ihre Verpflichtungen aus dem Völkerbundsmandat gegenüber dem jüdischen Volk zu erfüllen. Nicht klage ich das englische Volk an, trotzdem unsere zionistische Leitung versucht, jede Anklage von der Regierung auf das Volk zu verschieben. Wie können wir das Volk von