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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 224

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 224 (sequence 227)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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224 8. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte war — auf das Gebiet juristischer Diskussion, der Interpretation und der Reinterpretation der Mandat- und Weißbuchformeln abgedrängt wurden. Was wir brauchen, sind nicht staatsrechtliche Formeln und ihre feierliche Bestätigungsondern ein Arbeitsabkommen mit der Mandatsregierung. Aber wenn Sie fragen, wie sich diese Ablenkung vollzogen hat, so trägt die Schuld daran wiederum das; Überhandnehmen pseudopolkischer Strömungen in der zionistischen Bewegung,, die die tote und immer dehnbare Sprache des juristischen Paragraphen für wichtiger halten als den politischen Aktionsplan. Ich erinnere mich, wie nach einer Sitzung der Politischen Kommission in London, in der wir um diese Auffassung gekämpft und gefordert hatten, daß der erste Teil der Londoner Verhandlungen der Diskussion der entscheidenden Boden- und Immigrationsprobleme gewidmet sein sollte, einer der altbewährten russischen Zionisten zu uns Arbeitervertretern herantrat und sagte: „Seit wann ist eigentlich dieser Abgrund zwischen Euch und uns entstanden? Ihr sprecht über Huleh, Beisan, Einwandererzertifikate, Developmentanleihen, Siedlung in Transjordanien — und wir sprechen über politischen Zionismus-" Das heißt also: Politischer Zionismus ist die Präambel des Mandats und Artikel 6 des Mandats und Absatz 14 des Weißbuches- Aber ein Arbeitsabkommen mit der Regierung über Huleh, Beisan, Einwandererzertifikate und Developmentanleihe — das ist nicht politischer Zionismus. Es ist das Überhandnehmen dieser sterilen, pseudopolitischen Anschauungen, das uns: auch aus den Londoner Verhandlungen nicht das Maximum von politischem Nutzen hat erarbeiten lassen, das wir hätten erreichen können. Aus dem gleichen Grunde hat sich die Arbeiterpartei bis zum letzten Augenblick dagegen gesträubt, daß der MacDonald-Brief am Schluß des ersten Teiles der Verhandlungen veröffentlicht wurde, bevor ein Übereinkommen über das zukünftige gemeinsame Arbeitsprogramm zwischen Mandatsregierung und Jewish Agency erzielt worden war. Es war uns klar, daß mit der Veröffentlichung des MacDonald- Briefes der starke Druck von Seiten des britischen Parlaments und auch der jüdischen öffentlichen Meinung, der hinter diesen Verhandlungen gestanden hatte, nachlassen würde, daß dagegen sofort ein starker Gegendruck der Araber einsetzen würde — wie es in der Tat geschehen ist — und diese Einflüsse gerade auf die Resultate der praktischen Vereinbarungen wirken würden. Denn das Ziel, das uns beständig in diesen Verhandlungen vor Augen schwebte, war eben ein gemeinsamer Arbeitsplan. Der zweite Weg ist der der politischen Unterstützung derjenigen Strömung in der britischen Politik, die das jüdische Palästinawerk fördern will. Dr. Weizmann hat bereits davon gesprochen, daß es in der britischen Imperialpolitik der Nachkriegsjahre eine Schule gegeben hat, die im Mittleren Osten ein arabisches Großreich oder eine arabische Staatenföderation unter englischer Führung als das erstrebenswerte Ziel betrachtet, die deshalb die zionistische Politik Englands in Palästina für falsch und gefährlich hält und kein Mittel scheut und unversucht läßt, um diese Politik: zu durchkreuzen. Diese Strömung, die in den letzten Jahren die Oberhand gewonnen hat, nachdem sie lange Jahre in den Hintergrund gedrängt war, wird noch heute von einer starken politischen Gruppe in England bekämpft, die aus mancherlei Motiven das jüdische Palästinawerk in die britischen Pläne im Mittleren Osten eingegliedert sehen will, die in einer arabischen Staatenföderation unter englischer Führung höchstens eine ganz zeitweilige Lösung sieht. Der typischeste Repräsentant der ersten Richtung ist Lord Lloyd,

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