Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 137)
- Language
- German, English, Hebrew
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134 5- Kongreß-Sitzung: Referat über Finanzierung des Pal'dstinaaufbaus im Leben des Jischuw gegeben hat — während des Krieges, unmittelbar nachher, in den Zeiten der Geschäftsdepression und der Unruhen — über die der Jischuw wohl nicht so hinweggekommen wäre, wenn nicht die Bank bis an die Grenze des für ein Institut ihres Charakters Erlaubten gegangen wäre und sich selbst einer großen Spannung ausgesetzt hätte. Sie hat an verschiedenen solchen Zeitpunkten an die alten Kolonisten gegen die Hypothekarsicherheit langfristige. Kredite gewährt. Sie hat sich an der Gründung von industriellen und Bauunternehmungen wie Haboneh und Silikat mit großen Investitionen beteiligt. Sie hat: vor der Begründung der Hypothekenbank städtische Baukredite erleichtert. Sie hat durch Kredite an die P.L.D.C. und an den J.N.F. gewisse Bodentransaktionen möglich gemacht. Sie hat endlich in der laufenden Finanzierung sowohl der Exekutive wie der Fonds regelmäßig mitgewirkt. Auch der Sommerkredit dertragenden Orangenpflanzungen ist heute in Palästina ein Teil des regulären kurzfristigen Kredits; er wird reichlich und zu tragbaren Bedingungen gegeben. Ebenso ist, was den normalen Betriebskredit der industriellen Unternehmungen angeht,, in den letzten Jahren eine Entwicklung vor sich gegangen, die die Grundzüge für eine Lösung des Problems andeutet. Am Anfang dieser Entwicklung hat man versucht, durch eine Arbeitsteilung zwischen drei Instituten, der amerikanischen Economic Corporation (die sich weitgehend auf die Beschaffung von Maschinen spezialisiert hat), der Londoner Palestine Corporation (die den Rohmaterialkredit übernommen hat) und der Anglo Palestine Company (die vorwiegend für fehlendes Betriebskapital gesorgt hat) des Problems Herr zu werden. Gegenwärtig, ist, wenn ich nicht irre, die Tendenz deutlich, dieses System auszubauen und den industriellen Kredit in einem speziellen Departement bei der Anglo-Palestine- Bank zu konzentrieren. Aber auch hier geht die Arbeit innerhalb gewisser, ziemlich enger Grenzen vor sich. Sie kann erstens neu zu gründende Unternehmungen oder solche, die ein erstes Anfangsstadium noch nicht überstanden haben, nicht berücksichtigen. Sie kann zweitens fehlendes Anlagekapital, das der Unternehmung nicht wieder entzogen wird, nicht beisteuern. Für alle sonstigen, nicht ausgesprochen langfristigen Kredite bieten einerseits die Central Bank of Cooperatives (die vor allem die Spar- und Darlehenskassen mit Mitteln versorgt), andererseits die Arbeiterbank die normale Kreditquelle. Was nun die langfristigen Kredite anbetrifft, so handelt es sich einerseits, dabei um städtischen Hypothekarkredit, der heute von der General Mortgage Bank gegeben werden soll. Der Gesamtbetrag der gegen erststellige Hypotheken ausgeliehenen Mittel belief sich Ende 1930 auf 181.531 Pfund. Aber auch diese- Bank, deren Geschäftsführung den Grundsätzen erstklassiger Sicherheit entspricht, gewährt keine Baukredite oder Hypotheken auf Häuser, die noch im Bau befindlich sind, sondern ausschließlich auf Häuser, die schon bewohnt oder bewohnbar sind. Die Bank hat sich ferner in ihrer Kreditgewährung ausschließlich auf Tel Aviv beschränkt und in den übrigen Städten und Kolonien bisher keine Darlehen gegeben. Das Problem der Hypothekenbank ist heute, den Absatz ihrer Pfandbriefe in Amerika und Europa (sie hat bekanntlich sowohl Sterlingwie Dollarpfandbriefe) in größerem Maßstab sicherzustellen. Ein ähnliches Problem liegt auch etwa für das Industriedepartement der Anglo-Palestine-Bank vor, das gleichfalls eine Kapitalserweiterung braucht, um seinen Umsatz steigern zu können. Theoretisch gesprochen sollten beide Institute ihren Kapitalbedarf autonom, durch direkten Zugang zum Kapitalmarkt (Absatz von Pfandbriefen und Obligatio-