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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 114

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 114 (sequence 117)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7922-3484071
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ii4 4- Kongreß-Sitzung: Referat über Lage u. Probleme d. Zion. Organisation Jewish Agency eine „fair chance" zu geben. Das ist im wesentlichen eine Frage der grundsätzlichen Einstellung und der arbeitskameradschaftlichen Gesinnung, zum Teil eine Frage technischer Einzelheiten. Ich will hier nur meiner persönlichen Meinung in einer Frage von wesentlicher, grundsätzlicher Bedeutung Ausdruck geben, und zwar im Zusammenhang mit einem Vorschlag über die Umgestaltung der Jewish Agency, der in der letzten Zeit viel erörtert worden ist: wenn man von der Demokratisierung der Jewish Agency redet, so kann sich mit dieser Formel nach meiner Meinung nur der Gedanke verbinden, daß ein klar abgegrenzter Kreis von Wählern geschaffen werden soll, der zur "Wahl der Agency-Repräsentanten berechtigt ist. Man könnte diesem Gedanken dadurch Rechnung tragen, daß man in den einzelnen Ländern einen neuen Wahlkörper für die Wahl zur sogenannten nichtzionistischen Hälfte des Agency-Council schafft, und zwar durch Zusammenfassung der Keren Hajessod-Zahler zu einem solchen Wahlkörper. Es schiene mir aber sehr bedenklich, wenn man zu frühzeitig daran gehen wollte, den Unterschied zwischen der Zionistischen Organisation als der Zusammenfassung der organisierten jüdischen Massen auf der einen Seite und der Jewish Agency als einer Kooperation dieser organisierten zionistischen mit viel loser zusammengefaßten nichtzionistischen Gruppen auf der anderen Seite zu verwischen. Wenn man insbesondere in der letzten Zeit den Gedanken diskutiert hat, die Jewish Agency in eine Massenvolksorganisation umzuwandeln, so muß die Frage gestellt werden, warum diese Massen nicht in die Zionistische Organisation eingereiht werden sollen. Die Existenz großer zionistischer Massen, die zwar nicht für die Zionistische Organisation, aber für eine andere Palästina-Volksorganisation gewonnen werden können, ist eine Fiktion. Die Jewish Agency muß gerade leistungsfähige Gruppen jener jüdischen Kreise für Palästina gewinnen, die dem Gedanken der nationalen Volksorganisation noch fernstehen. Kann sie diese Aufgabe nicht erfüllen, so war sie ein geniales, aber mißlungenes Experiment. Ich bin nicht überzeugt, daß sie ihrer Aufgabe nicht gerecht werden kann. Versuchen wir nochmals die Lösung dieser Aufgabe, indem wir den einzelnen Agency-Gruppen in den Ländern konkrete finanzielle Aufgaben stellen, anstatt uns in Massenaktionen zu verlieren, die nur Sinn haben, wenn sie der Stärkung der Zionistischen Organisation selber dienen. Damit bin ich bei einem Thema angelangt, mit dem ich meine Ausführungen schließen will. Die Zionistische Organsation ist der Rahmen, der mit lebendigem Inhalt erfüllt werden muß durch zionistische Propaganda- und Erziehungsarbeit. Noch in allen Ländern gibt es Antizionisten und Nichtzionisten, die von uns in einem großen Angriff erschüttert und gewonnen werden könnten. Überall besteht das Problem der Jugend, die durch fortschreitende Assimilation in Gefahr ist, dem Judentum entfremdet zu werden. Das Spezialproblem des westeuropäischen Zionismus, des, um ein Wort Blumenfelds zu gebrauchen, „postassimilatorischen" Zionismus, wird bald auch in den osteuropäischen Ländern brennend sein. Und noch überall gibt es in der zionistischen Welt Menschen, wenn ihre Zahl auch von Jahr zu Jahr geringer wird, deren organisatorische Initiative sich nicht in meist billigen und oft lächerlichen Politikastereien über die äußere zionistische Politik oder palästinensische Wirtschaftspolitik Genüge tut, sondern die sich als verantwortliche Emissäre der Botschaft empfinden, die der Zionismus dem jüdischen Volk zu bringen hat. Manche unserer organisatorischen Probleme hängen damit zusammen, inwieweit es einer künftigen Leitung gelingen wird, die propa-

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