Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 97)
- Language
- German, English, Hebrew
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94 .' 3- Kongreß-Sitzung: Referat über die Arbeit des Keren Kajemeth Der XVII. Zionistenkongreß begrüßt die Aktion, die auf der Konferenz der amerikanischen Zionisten in Washington am 8. Februar 1931 auf Grund des von Herrn Ussischkin gemachten Vorschlages bezügl. eines Projektes zugunsten des K.K.L. mit Unterstützung aller Parteien des amerikanischen Zionismus feierlich und mit Begeisterung beschlössen wurde, und ruft die Juden Amerikas zur eifrigen Unterstützung der League of K.K.L. auf, um die schnelle Verwirklichung des Projektes zu ermöglichen. Ich werde nicht auf die anderen Länder eingehen, wo nur die alten Sammelmethoden zur Anwendung gelangen. Es gibt Länder, in denen gut gearbeitet wurde, in anderen Ländern wurde die Arbeit mittelmäßig und in manchen sehr schwach durchgeführt. Ich will nur über ein Land ein paar "Worte sagen, das uns allen gehört, Erez Israel. Unter den ungeheuren Schwierigkeiten, die die jüdische Bevölkerung Palästinas in den letzten zwei Jahren in ökonomischer und politischer Hinsicht zu überwinden hatte, sind die Eingänge des K.K.L. aus Erez Israel um etwa 50 Prozent gestiegen. Ich habe schon die Massensammlung als Antwort auf den Simpson-Bericht erwähnt. Ich muß eine weitere Sammlung erwähnen. Bekanntlich haben wir seinerzeit eine Aktion für Schaffung eines Goldenen Buches auf den Namen von Lord Balfour proklamiert. Infolge der politischen Verhältnisse ist diese Aktion nicht gelungen. Palästina hat aber sofort über hundert Eintragungen ins Goldene Buch aufgebracht. Ich will noch ein paar Worte zu den allgemeinen Sammlungen sagen. Bekanntlich sind der K.K.L. und sein Schwesterfonds, der Keren Hajessod, die Hauptfonds, die Basis für die Aufbauarbeit in Erez Israel. Aber außer ihnen gibt es noch eine ganze Reihe von kleineren Sammlungen für verschiedene Palästina-Interessen. Es sammeln alle Parteien, es sammelt der Misrachi, es sammeln Hechaluz, Tel Chaj, Revisionisten, ich weiß nicht, wer noch sammelt. Manche sind der Meinung, daß gegen diese Sammlungen ein starker Kampf aufgenommen werden soll. Ich bin anderer Ansicht, und zwar aus folgendem Grunde: Solange der Keren Hajessod nicht stark genug sein wird, um alle Forderungen der verschiedenen Gruppen und Parteien in Bezug auf Palästina zu befriedigen, muß er denselben die Möglichkeit geben, sich Mittel aus anderen Quellen zu verschaffen. Aber über die Form der Sammlungen muß gesprochen werden. Es darf keine Anarchie in den Sammlungen herrschen, wie es jetzt der Fall ist. Es kann nicht so weiter gehen, daß man zu einem und demselben Mann heute und morgen und übermorgen immer wieder für eine Palästinasammlung kommt. Er wird dessen überdrüssig. Auch der Sammler wird überdrüssig. Denn es handelt sich doch um lebendige Menschen und meist um freiwillige Mitarbeiter. Wir hatten in dieser Frage eine Beratung mit dem Direktorium des Keren Hajessod und haben zusammen einige Resolutionen ausgearbeitet, die dem Kongreß unterbreitet werden. Die Hauptidee, von der diese Resolutionen durchdrungen sind, ist die, daß eine Koordination der Sammlungen zu erfolgen hat; es muß jede Anarchie vermieden werden. Verehrter Kongreß! Nur noch ein paar Worte, worin das ganze Problem für uns besteht. Archimedes sagte: gebt mir einen Anhaltspunkt, und ich stelle die Welt auf den Kopf. Die zionistische Bewegung muß einen Anhaltspunkt haben. Ein solcher ist der Boden von Erez Israel allein. Unsere Hoffnungen, unser Volk, unsere Organisation, alles hängt vom Boden ab. Werden wir den Boden unter den Füßen haben, sind zwanzig Passfields für uns nicht gefährlich. Haben wir den Boden nicht, werden zwanzig Balfours uns nicht helfen (Beifall