Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 631 (sequence 769)
- Language
- German, English, Hebrew
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Motzkin, Fischer, Alcalay 631 Oberrabbiner Dr. Fischer: Ich will keine Politik treiben, ich will nur sagen, dass die grössten unserer jüdischen Gemeinden den Gedanken des Zionismus und der Jewish Agency verständnislos gegenüberstehen. Das Dornröschen Judenheit muss geweckt werden. Darum stelle ich den Antrag: Dieser grossartige Verband, der durch die Vereinigung der Zionisten und Nichtzionisten entstanden ist, dessen Wirksamkeit in ferne Jahrhunderte noch hineinleuchten wird, der eine der gewaltigsten Schöpfungen in der neueren Judenheit ist, möge an sämtliche Gemeinden der Welt einen Aufruf richten, dass sie sich an dieser Arbeit beteiligen, an welcher, wie unser Präsident Marshall gesagt hat, jeder rechtdenkende Jude mit aller Kraft und Begeisterung teilnehmen muss. Vorsitzender Motzkin: Ich mache die nächsten Redner darauf aufmerksam, dass wir nur über Budgetfragen sprechen können. Oberrabbiner Dr. I. Alcalay (Jugoslavien — spricht deutsch): Geehrter Herr Präsident! Ich möchte diese Versammlung im Namen der sefardischen Juden begrüssen. Wenn Sie mir dazu das Wort erteilen, werde ich sprechen. Vorsitzender Motzkin erteilt Dr. Alcalay das Wort. Oberrabbiner Dr. I. Alcalay: Hochverehrter Herr Präsident, hochverehrte Versammlung! Ich bin ßeitens der jugoslawischen Juden hierher geschickt, um an den Beratungen dieser grossen Körperschaft, der erweiterten Jewish Agency, teilzunehmen. Aber ich spreche in diesem Augenblick nicht nur im Namen der jugoslawischen Juden, sondern ich bin beauftragt worden, und dies ist mir eine hohe Ehre, auch die sefardischen Juden von Griechenland und Bulgarien zu vertreten und in deren Namen zu sprechen. Als Vertreter der gesamten sefardischen Judenheit beehre ich mich, diese Versammlung herzlichst zu begrüssen. Wir hegen die höchste Hoffnung und Zuversicht in die Führer unserer Gemeinschaft, den erprobten geehrten Präsidenten Dr. Weizmann, wie auch den alten Veteranen Louis Marshall, der sein ganzes Leben dem Wohlergehen, nicht nur des amerikanischen, sondern auch des gesamten Judentums gewidmet hat. Wir hegen auch die grösste Hoffnung, dass diese erweiterte Jewish Agency, welche nichts anderes ist als die Repräsentanz des gesamten Judentums, das richtige Verständnis zeigen wird für die Bedürfnisse der sefardischen Juden in bezug auf die 48