Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 607 (sequence 745)
- Language
- German, English, Hebrew
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Low, Marshall, Leyia 607 Dritte Sitzung. Montag, den 1 2. August, nachmittags. Beginn der Sitzung: 16 Uhr. Vorsitz: Louis Marshall Sekretär Israel Cohen verliest telegraphische Begrüssungen, u. a. von M. Albert Thomas, Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Ch. N. Biaiik, Nathan Straus (New-York), der Stadtverwaltung Tel Aviv und von jüdischen Verbänden, Gemeinden und Einzelpersonen aus den verschiedensten Ländern. Vorsitzender Marshall: Wir kommen jetzt zur Behandlung der Berichte, welche heute morgen von Dr. Weizmann, Dr. Frankel und Herrn Warburg erstattet wurdea. Diese Berichte stehen nun zur Diskussion. Wir haben eine viel zu lange Rednerliste. Ich nehme an, dass die Redner verschiedene Meinungen zum Ausdruck bringen wollen; eine Wiederholung wäre unerwünscht, da wir wenig Zeit und viel zu tun haben. Darum können jedem Redner nur 10 Minuten Redezeit gewährt werden. Ich will versuchen, mit eiserner Hand das Steuer zu führen, wenn auch diese Hand in einem Samthandschuh stecken wird. Dr.Schmarja Levin (Palästina, Zionist — spricht deutsch)*. In der Geschichte wie der Natur gibt es keine schroffen Uebergänge, und zwischen einem Stadium der Entwicklung und dem andern muss es auch eine Uebergangszeit geben. Ich habe mich sehr gefreut, dass schliesslich auch Dr. Lee Frankel, der doch wie ein kluger Geschäftsmann gesprochen hat, zu denselben Begründungen gekommen ist wie wir. Wir haben diese Herren, zu denen wir volles Vertrauen haben, für die Palästina-Idee gewonnen nicht durch geschäftliche Unternehmungen, sondern durch rein ideelle Argumente. Nun sollen wir nicht glauben, dass wir mit den Ideen fertig sind und dass nun ein neues Kapitel in der jüdischen Welt beginnt, wo man nur von Corporations und Geld spricht. Wir haben bis jetzt nach meiner Berechnung 5 Prozent des jüdischen Volkes aktiviert. 95 Prozent stehen noch abseits an der Peripherie, manche gleichgültig, manche mit vagen Sympathien für Palästina. Ich glaube wohl nicht, dass man in einem Volke alle 100 Prozent erreichen kann, aber