Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 592 (sequence 730)
- Language
- German, English, Hebrew
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592 2. COUNCIL-SITZUNG: Referate über die Aufgaben der Agency sind, speziell auf dem Gebiete des Zoll- und Tarifwesens. Wir haben schon gestern angedeutet, dass dank der Tüchtigkeit der jüdischen Industrie es ihr bereits gelungen ist, festen Fuss zu fassen, und wäre die Regierung bereit, sie in ausgiebigerer Weise zu unterstützen, so dürfte man eine noch weit grössere industrielle Entwicklung in Palästina erwarten. Wir dringen mit diesen Forderungen immer nur sehr langsam durch, und ich möchte über unsere Verhandlungen folgendes sagen: Wir suchen der Regierung unsere Meinung zu unterbreiten, unsere Verhandlungen sind durchaus systematisch, aber ich muss doch sagen, bis auf den heutigen Tag hat die Jewish Agency nicht den richtigen Modus gegenüber der Administration in Palästina gefunden. Es geschieht manchmal, dass die Regierung Verordnungen publiziert, die uns sehr tief tangieren, ohne dass wir vorher wissen, dass solche Verordnungen vorbereitet wurden. Es ist natürlich ausserordentlich schwer, wenn die Regierung mit einem fertigen Gesetzesprojekt kommt, daran Kritik zu üben und Aenderungen durchzusetzen. Gäbe es aber eine enge Zusammenarbeit der Regierung mit uns, so würde dies unsere Arbeit und vielleicht zum grossen Teile auch die Arbeit der Regierung wesentlich erleichtern. Wir haben unsere Pflicht erfüllt, wir haben ein grosses Tätigkeitsgebiet und wir haben ein grosses Budget. Aber wir können unsere Arbeiten nur dann fruchtbar machen, wenn das Verhältnis der Jewish Agency zur Regierung nicht so vage bleibt, wie es bis jetzt war, sondern sich auf feste Formen gründet. Nun komme ich zu den praktischen Arbeiten, die ich dem Council nur in grossen Leitlinien unterbreiten möchte. Es ist ganz klar, dass es unser Ziel sein muss, geschlossene jüdische Siedlungen in Palästina zu haben. Ganz instinktiv hat der erste, der die jüdische Kolonisation in Palästina eingeleitet hat, Baron Edmond de Rothschild, sich immer auf eine bestimmte Strecke konzentriert. Es war dies vor allem die Küstenlinie. Wenn Sie die Karte Palästinas betrachten — ich ziehe es vor, dies nicht in der grossen Versammlung, sondern in der Kommission zu tun — so werden Sie finden, dass auf der Küstenlinie von Norden bis Süden, von Haifa bis Tel Aviv eine ganze Reihe jetzt blühender Kolonien vorhanden sind. Als die Zionistische Organisation nach der Balfour-Deklaration ihre Tätigkeit begann, ging sie von demselben Gedanken aus — eine Strecke zu finden, wo eine geschlossene jüdische Siedlung möglich ist. Und sie erwählte als dieses Gebiet den E m e k : Was dort vor acht Jahren eine Wüste war, ist heute blühendes Land und geschlossenes jüdisches Gebiet. Ich will nicht auf die technische Seite eingehen und davon sprechen, dass diese Kolonisation noch einer Reihe von Arbeiten zu ihrer Konsolidierung und Festigung bedarf. Ich will nur das Gebiet unserer Aktivität als solches hervorheben: dass an der Küste, im Emek und in der Gegend um den Tiberiassee heute die Hauptpunkte der jüdischen Kolonisation liegen. Es ist heute