Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 583 (sequence 721)
- Language
- German, English, Hebrew
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Blum, D'Avigdor-Goldsmid, Wassermann 583 chen, die jüdische Wiederaufbauarbeit in Palästina zu fördern. Jeder von uns, der in Palästina war, wird verstehen, dass die Agency eine schwere Aufgabe vor sich hat. Kein von der Krone verwaltetes Gebiet hat so viel Eifer, Begeisterung und Kapital in Anspruch genommen wie Palästina, aber Ihre Kenntnis wie auch der glänzende Bericht der gemeinsamen Studienkommission lassen keinen Zweifel, dass noch eine gewaltige Summe von Geld und Arbeit erforderlich ist. Daher glaubte die Konferenz, dass man vor allem Fragen der praktischen Arbeit berücksichtigen solle. Sie übersah nicht die Frage des Nationalismus, verstand aber, dass die Lösung dieses Problems künftigen Generationen vorbehalten ist und dass inzwischen der Aufbau Palästinas zu seiner Lösung beitragen würde, welche Form es auch schliesslich annehmen möge. Wir sind bereit, die Arbeit, die vor uns liegt, zu leisten, den wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau des Landes. Es ist uns gelungen, die englische Judenheit auf diesen Grundsatz zu einigen (und es ist sehr bemerkenswert, welche einigende Wirkung die Möglichkeit der Teilnahme an der Agency auf viele Gemeinschaften ausgeübt hat), und wir hoffen, dass wir recht bald mi' praktischer Leistung beginnen können, da die Probleme so gross und die Arbeit so dringend ist. Wir möchten nicht zu viel Zeit auf die Erörterung theoretischer Differenzen verwenden, wenn praktische Fragen der Kolonisation und Entwicklung dringende Arbeit heischen. Wir vertrauen darauf, dass der Geist der Einigkeit, den wir hierher mitbringen, diese Versammlung erfüllen wird. Niemand kann aufrichtiger als ich und jene, für welche ich spreche, ein erfolgreiches Ergebnis unserer Bemühungen herbeiwünschen. Gegenseitiges Verständnis wird die Arbeit sehr erleichtern und wird die beste Methode sein, um der Zionistischen Organisation zu zeigen, dass wir würdigen, was sie geleistet hat, und der Welt im allgemeinen zu beweisen, dass wir einen tiefen Sinn für unsere Verantwortung haben und aus Palästina nicht ein Asyl machen wollen, sondern ein Zentrum für das Judentum, jüdische Kolonisation und Kultur, die in der Zukunft einen mächtigen Einfluss im Sinne von Frieden und Duldsamkeit in der ganzen Welt ausüben mögen. (Lebhafter Beifall.) Oskar Wassermann (Deutschland — spricht deutsch): Im Namen der nichtzionistischen deutschen Delegierten habe ich die Ehre und die grosse Freude, die Versammlung des Council of the Jewish Agency for Palestine, der nunmehr und hoffentlich für alle Zeit Zeugnis für die Einheit des Judentums und der Judenheit ablegt, herzlich zu begrüssen. Hinter uns deutschen Delegierten stehen heute noch nicht alle deutschen Juden, aber ihr grösster Teil. Es muss unsere Aufgabe und wird unser ernstes Bestreben sein, auch die noch abseits Stehenden von der Grösse des Zieles und von der Notwendigkeit gemeinsamer, einträchtiger Arbeit zu überzeugen. Aber auch in der Zionistischen Partei besteht noch keine volle Einmütigkeit. Eine Minderheit will von 45