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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 581

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 581 (sequence 719)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7731-3483879
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Melchett, Blum 581 Staat in Palästina, das jüdische Volk in Palästina sondert sich nicht von allen anderen Nationen ab, sie beide stehen unter dem Schutze aller anderen Nationen und des Völkerbundes. Sie müssen den Weg des Friedens und der Ordnung gehen, sie sind weit entfernt von einem nationalistischen Staat. Das jüdische Palästina ist die Antizipation der internationalen Nation. (Beifall.) Die Mitarbeit von Sozialisten, wie wir sind, am jüdischen Werke in Palästina hat noch eine andere Bedeutung. Sie bedeutet, dass das Werk in Palästina sich von selbst in einem neuen Geist entwickelt. Wir wollen nicht behaupten, dass Palästina durch einen Zauberstab in einen kollektivistischen Mikrokosmos verwandelt werden kann. Wir hängen keiner solchen Doktrin, keiner solchen Schimäre nach. Wir wissen, dass sich unsere Theorie nicht in einem Organismus verwirklichen lässt, der von der Welt abgeschnitten ist, aber wir glauben, dass Palästina ein wunderbares Versuchslaboratorium sein kann für alle Reformen, die heute den Weg der Revolution der Weltwirtschaft bezeichnen. Es kann das Beispiel geben durch Gerechtigkeit, durch Frieden, aber durch einen Frieden, der auf Gleichheit und Gerechtigkeit aufgebaut ist. (Beifall.) Und der letzte Sinn, den ich unserer Mitarbeit mir zu geben erlaube, ist die Beeinflussung der Form unserer Verwaltung und unserer Regierung. Wir wünschen nicht ein Palästina, welches die alte Theokratie bleibt, welche wir ablehnen, und die mehr oder weniger aus der antiken Konzeption stammt. Die Administration Palästmas wird immer mehr vom demokratischem Prinzip geleitet werden; ich denke an eine moderne Konzeption des Staates, in der eine intensive Zusammenarbeit der politischen Organe mit allen Organisationen, mit den Arbeiterorganisationen, die die Arbeiter in- und ausserhalb der Gewerkschaft umfassen, möglich ist, und wir erwarten die Fortentwicklung dieser Arbeiterorganisationen in ihrer politischen Machtstellung. Ich glaube, meine lieben Freunde, dass diese Bedingungen unserem Werke nicht fehlen, in dessen Geschichte der heutige Tag ein so bedeutsamer Wendepunkt ist. Ich gebe zu, dass es vielleicht nützlich ist, gewisse Formen des modernen Kapitalismus in Palästina für sich zu haben. (Heiterkeit.) Aber ich glaube, dass es etwas gibt, was noch wertvoller und nötiger ist, nämlich die öffentliche Meinung auf seiner Seite zu haben. Und die Öffentliche Meinung wird von zweierlei Menschen gemacht, von denen, die denken, und von denen, die arbeiten. (Beifall.) Um Erfolge zu haben, muss man alle grossen Menschen der Welt um sich sammeln und deshalb der Stolz, mit dem wir hier (auf Einstein weisend) den grössten der heute lebenden Menschen begrüssen. (Beifall.) Man muss aber auch die breiten Massen des Proletariates für sich gewinnen. Und ich begrüsse es als ein wertvolles Zeichen, dass im internationalen Sozialismus die Arbeiterbewegung Palästinas eine wichtige Rolle spielt. (Beifall.)

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